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Reflektoren als Lebensretter

Während auf Outdoor-Bekleidung für Erwachsene Reflektoren oft zu sehen sind, werden sie bei Alltagskleidung kaum eingesetzt. Mit ihren meist dunklen Jacken und Mänteln sind aber gerade Erwachsene jetzt im trüben und nassen Wetter schwer zu sehen und im Verkehr entsprechend gefährdet.

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Die Unfallstatistik zeigt es: Die dunkle Jahreszeit ist für Fußgänger besonders gefährlich. Die Mehrheit der Unfälle mit tödlichem Ausgang passiert laut Statistik Austria in der dunklen Jahreszeit. Im letzten Jahr starben vor allem im Jänner sowie von Oktober bis Dezember, auch dem Verkehrsaufkommen entsprechend, durchschnittlich doppelt so viele Fußgänger wie in den übrigen Monaten. Die gefährlichste Zeit ist demnach zwischen 16.00 und 19.00 Uhr.

Wenig Beleuchtung, dunkle Kleidung

Das liegt laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) einerseits an der oft nicht ausreichenden Beleuchtung der Straßen, aber auch an der grundsätzlich zu dunklen Kleidung der Erwachsenen. Dabei sterben gerade ältere Personen aufgrund ihrer schwächeren körperlichen Konstitution nach Unfällen häufiger als andere Altersgruppen.

Ältere Personen können körperliche Handicaps mitunter durch Erfahrung wettmachen, sind aber nicht immer schnell genug, um einer akuten Gefahrensituation zeitgerecht auszuweichen. Körperlich fitte Personen unterschätzen dafür ihre eigenen Sichtbarkeit in der dunklen Jahreszeit und betreten für den Autofahrer mitunter unvermutet die Fahrbahn oder sind durch Handy oder Musikbeschallung aus Kopfhörern abgelenkt.

„Kein Bedarf“ für Reflektorkleidung

Für Klaus Robatsch, Bereichsleiter Prävention beim KfV, ist die Lösung an sich einfach: Einerseits müssten die Straßen, darunter auch Schutzwege, besser beleuchtet werden, andererseits müsste die Sichtbarkeit der Passanten selbst erhöht werden, etwa durch Reflektoren an der Kleidung. Das sei bei Kindern noch einfach, bei älteren Personen dafür umso schwieriger, wie Robatsch gegenüber ORF.at erläuterte.

Der KfV habe versucht, Modedesigner zu animieren, extra für Erwachsene reflektierende Mode zu entwerfen - und sei damit gescheitert. „Die Designer wollten das nicht, das ‚passe nicht‘ zu Erwachsenen, und es gebe dafür keinen Bedarf, würde also nicht gekauft“, so Robatsch gegenüber ORF.at über die Gründe für die Nichtrealisierung. Robatsch ist überzeugt, dass mit hellerer Kleidung und vor allem Reflektoren die Unfallstatistik besser aussehen würde.

ÖAMTC fürchtet Reizüberflutung

Die ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger zeigt sich von Reflektoren für alle Fußgänger weniger begeistert. Das sei keine Lösung. Wenn „alles glitzert“ und sich bewegt, käme es zu einer Reizüberflutung, so Seidenberger gegenüber ORF.at. Sie plädiert für mehr Aufmerksamkeit von allen Verkehrsteilnehmern, darunter auch den Fußgängern, die unter Schirmen oder Kapuzen in der nassen Jahreszeit selber weniger Sichtraum haben. Auch sie ist für eine bessere Beleuchtung und das Wegräumen von Sichtbarrieren wie Büschen und Plakatwänden.

Helle Kleidung erhöht Sichtbarkeit

Dass es durch den breiten Einsatz von Reflektoren zu einer Reizüberflutung kommen könnte, glaubt Robatsch nicht. Wenn, dann gäbe es nur positive Auswirkungen, ist er überzeugt. Laut ARBÖ werden dunkel gekleidete Radfahrer und Fußgänger von anderen Verkehrsteilnehmern erst auf 25 Meter Entfernung erkannt, hell gekleidete auf 80 Meter. Sind reflektierende Materialien Teil der Kleidung, wird man bereits aus bis zu 150 Metern Entfernung gesehen.

Auch der ARBÖ empfiehlt helle Kleidung und reflektierende Bänder als Schutz, modische Überlegungen müssten dabei zurückstehen. Für Radfahrer wären Warnwesten über der normalen Kleidung optimal. Dass sich diese bei Fußgängern durchsetzen könnten, bezweifelt der KfV angesichts der Erfahrungen mit den Modedesignern allerdings.

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