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Europa wirbt um frisches Geld

Die Euro-Länder haben sich bei der Suche nach neuen Geldgebern für den Rettungsfonds EFSF eine Abfuhr aus Norwegen eingehandelt. Der vor allem aus Öleinnahmen gespeiste und 388 Milliarden Euro schwere staatliche Pensionsfonds stehe dafür nicht zur Verfügung, sagte Zentralbankchef Oeystein Olsen am Freitag.

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Norwegen wurde immer wieder als Geldgeber für die geplante Zweckgesellschaft gehandelt, mit der die Wirkung des Rettungsfonds verstärkt werden soll. „Das steht nicht auf der Agenda“, sagte Olsen. „Das liegt außerhalb des Mandats.“

Buhlen um norwegischen Ölfonds

Zuletzt hatte der schwedische Regierungschef Fredrik Reinfeldt den norwegischen Ölfonds als möglichen Investor genannt. Der zur Sicherung norwegischer Pensionen geschaffene Fonds investiert weltweit. „Sowohl der norwegische Ölfonds als auch chinesisches Geld sind in der Diskussion darüber interessant, wer in der europäischen Geldkrise Ressourcen anzubieten hat“, sagte Reinfeldt einem in drei norwegischen Tageszeitungen („Adresseavisen“, „Bergens Tidende“, „Stavanger Aftenblad“) erschienenen Bericht zufolge. In Brüssel seien diese beide Alternativen und „alles Mögliche“ an weltweiten Geldbeschaffungsmöglichkeiten genannt worden, so der schwedische Regierungschef.

China hält sich bedeckt

Ein potenter Euro-Retter wäre China, mit dem die Europäer bereits verhandeln. Den Chinesen wäre ein größeres Engagement mit europäischen Staatsanleihen offenbar auch ganz recht, die Volksrepublik besitzt mit umgerechnet etwa 2,3 Billionen Euro die weltweit größten Devisenreserven und versucht derzeit, einen Teil davon anzulegen.

Rettunsfonds-Chef Klaus Regling erhielt am Freitag bei seinem Besuch in Peking aber noch keine feste Zusage für eine Beteiligung an der auf dem EU-Gipfel vereinbarten Ausweitung des EFSF. Die Volksrepublik ließ durchblicken, frisches Geld nicht ohne Gegenleistungen zu geben - etwa größere Sicherheiten und Reformen in der Euro-Zone.

„In Chinas Interesse“

„Es liegt in Chinas langfristigem und eigenem Interesse, Europa zu helfen, denn es ist unser größter Handelspartner“, sagte Zentralbank-Berater Li Daokui der „Financial Times“ (Freitag-Ausgabe). „Aber das Letzte, was China will, ist, den Reichtum des Landes wegzuwerfen.“ Deshalb müsse es im Gegenzug für ein größeres Engagement mehr Sicherheiten und Garantien geben.

China hatte mehrfach Anleihen des EFSF gekauft, der bereits Irland und Portugal vor der Pleite bewahrt hatte. Der Schutzschirm ist aber nicht groß genug, um große Euro-Länder wie Spanien und Italien im Ernstfall vor der Zahlungsunfähigkeit zu bewahren. Die EU-Staaten wollen deshalb die Spannweite des Rettungsschirms von 440 Milliarden auf eine Billion Euro vergrößern. Geplant sind dafür eine Teilversicherung für private Käufer von Staatsanleihen und die Gründung eines Hilfstopfes, in den Investoren einsteigen können.

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