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ÖGB stellt sich hinter Kampfmaßnahmen

Mit Warnstreiks in Dutzenden Betrieben hat die Gewerkschaft am Donnerstag mit ihren Drohungen Ernst gemacht und den Ton bei den diesjährigen Lohnverhandlungen deutlich verschärft. Um 6.00 Uhr fanden in manchen Betrieben die ersten Betriebsversammlungen statt.

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Von den stundenweisen Ausständen sind auch die größten Unternehmen - etwa voestalpine und MAN in Oberöstereich und das General-Motors-Werk in Aspern bei Wien - betroffen. Harald Schweighofer von der Tiroler Metallergewerkschaft wiederholte das Argument der Arbeitnehmerseite: Nach den schwierigen letzten Jahren hätten die Arbeitnehmer das „Recht auf ein entsprechendes Stück vom Kuchen, das gemeinsam erwirtschaftet worden ist“ - mehr dazu in tirol.ORF.at. Die erste Welle der Warnstreiks soll laut Gewerkschaftsangaben ein bis drei Stunden dauern, der befristete Warnstreik am Freitag die gesamt Schicht ausmachen.

„Breite Unterstützung“

Die Metaller, die übrigens am Donnerstag nochmals verbal vom ÖGB unterstützt wurden, hoffen, mit den Streikmaßnahmen so viel Druck auf die Arbeitgeberseite zu erzeugen, dass diese sich deutlich weiter als bisher bewegt. Laut ÖGB hatte sich in Hunderten Betriebsversammlungen in den letzten Tagen gezeigt, dass es vonseiten der Betriebsräte „breite Unterstützung“ für die Warnstreiks gebe.

Betroffene Betriebe

Betroffen von den Warnstreiks sind laut Gewerkschaftsinformationen unter anderem Andritz, AVL List, Bosch, BRP Powertrain, GE Jenbacher, General Motors, MAN/Steyr, MIBA, Montanwerke, Multivac, Schmitter, Thöni, Tyrolit und voestalpine.

Der oberösterreichische voestalpine-Zentralbetriebsratsobmann Karl-Heinz Schaller wünscht sich von Arbeitgeberseite, dass nicht bis zum nächsten regulären Termin am 20. Oktober gewartet wird. Auch am Wochenende könne verhandelt werden: „Wir sind jederzeit auf Abruf bereit“, so Schaller. Bei den Betriebsversammlungen gehe es zunächst einmal um die Information der Belegschaft. Man gehe sensibel mit dem Titel „Streik“ um. „Aber wir scheuen den Arbeitskampf nicht.“ Ein erfolgreicher Abschluss der Verhandlungen wäre ihm allerdings wesentlich lieber - mehr dazu in ooe.ORF.at.

„Zu unbefristetem Streik bereit“

Auch der Betriebsratsobmann Klaus Willi des Vorarlberger Unternehmens Hydro Aluminium Nenzing zeigte sich bei der Betriebsversammlung am Vormittag kampfbereit: „Ich bin bereit, in einen unbefristeten Streik zu gehen“, so Willi. Nachdem die Metaller 2010 und 2011 (laut Inflationsprognose, Anm.) einen Reallohnverlust erlitten, sei nun der Zeitpunkt gekommen, Zeichen zu setzen, man lasse sich nicht über den Tisch ziehen - mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.

Der Präsident der Arbeiterkammer Steiermark, Walter Rotschädl, der an den Verhandlungen teilnimmt, sagte, neben den Gewinnen der Unternehmen sei die Inflationsrate ein weiterer Grund für die Forderung von 5,5 Prozent Lohnerhöhung. Ein Metallarbeiter würde bei 5,5 Prozent mehr Lohn pro Monat 80 Euro mehr verdienen, so Rotschädl - mehr dazu in steiermark.ORF.at.

In Niederösterreich wurden in 63 Betrieben Warnstreiks abgehalten. "Faire Löhne für uns Arbeiter und Angestellte - nicht nur für Manager“, lautet dort die Forderung. Die Streiks sollen am Freitag fortgeführt werden - mehr dazu in noe.ORF.at. In Salzburg schlossen sich unter anderem die Belegschaften bei Bosch, der Salzburger Aluminium AG (SAG), Miele und Emco den Kampfmaßnahmen an - mehr dazu in salzburg.ORF.at.

„Arbeitgeber reden Lage schlecht“

Die verschärfte Vorgehensweise hatte zuvor Chefverhandler Rainer Wimmer im Ö1-Morgenjournal mit der starren Haltung der Industrie begründet. „Wenn die Arbeitgeber uns nicht ernst nehmen, dann machen wir Ernst“, so die Drohung von Wimmer. Von den angebotenen Lohnerhöhungen (3,65 Prozent im Schnitt) blieben den Arbeitnehmern nur 40 Euro netto im Geldbörsel. Es sei nichts Neues, dass die Arbeitgeber die Wirtschaftslage schlechtreden würden. Fakt sei aber, dass die Beschäftigten mit einer sehr hohen Inflation zu kämpfen hätten, so Wimmer.

Das aktuelle Angebot sieht laut Industrie-Chefverhandler Christoph Hinteregger folgendermaßen aus: Die untersten Einkommensschichten hätten 3,8 Prozent mehr Lohn bekommen sollen, die mittleren Einkommen 3,6 und die Besserverdiener 3,4 Prozent. Dazu sollte eine Einmalzahlung von 200 Euro kommen. Der Mindestlohn der Metaller liegt derzeit bei 1.515 Euro brutto, er würde dann in etwa 1.580 Euro betragen.

Hinteregger hatte zuletzt von einem Angebot der „Spitzenklasse“ gesprochen. Er warnte vor negativen Folgen für den Standort. Die Warnstreiks bedauerte Hinteregger gegenüber Ö1. Er wisse nicht, welches Kalkül dahinterstecke. Er nehme zur Kenntnis, dass hier auf Gewerkschaftsseite neue Überlegungen stattfinden, die „politischer Natur“ seien, die er aber nicht nachvollziehen könne, so Hinteregger, ohne konkret zu sagen, was damit gemeint ist. Hier seien „neue Methoden“ eingeführt worden, auf die die Arbeitgeber entsprechend reagieren würden, so Hinteregger - mehr dazu in oe1.ORF.at.

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