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Besseres Haushalten mit Lebensmitteln

Wir leben im Überfluss - und werfen immer mehr Essen weg. Und oft wandert ungeöffnete Ware direkt in die Mülltonne. Auf EU-Ebene und auch auf nationaler und lokaler Ebene entstehen dieser Tage immer mehr Initiativen, die sich gegen die Verschwendung von Lebensmitteln einsetzen.

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Laut Lebensministerium wirft jeder Österreicher im Schnitt 11,5 Kilogramm genießbare Lebensmittel im Jahr in den Restmüll, das sind in Österreich insgesamt 96.000 Tonnen. Mit dieser Menge könnte die gesamte Innsbrucker Bevölkerung ein Jahr lang versorgt werden. Weltweit wird laut Berechnung der FAO rund ein Drittel aller erzeugten Lebensmittel verschwendet, während zur gleichen Zeit 925 Millionen Menschen Hunger leiden.

300 Euro könnten gespart werden

Bei bewussterem Umgang mit Lebensmitteln könnten, wie man auf der Plattform der neu gestarteten Initiative des Ministeriums „Lebensmittel sind kostbar!“ liest, pro Haushalt jährlich um die 300 Euro gespart werden. Filme wie „We Feed the World“ und der bald in Österreich anlaufende „Taste the Waste“ (Filmstart 11. November) prangern die massenweise Verschwendung von Nahrungsmitteln an.

„Unsere Lebensmittel sind es wert, dass wir achtsam und verantwortungsvoll mit ihnen umgehen. Es ist wichtig, mit Verstand einzukaufen, denn ein bewusster Einkauf schont Brieftasche und Umwelt gleichermaßen“, so Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) in einer Aussendung am Dienstag.

Konservendose mit aufgedrucktem Ablaufdatum

ORF.at

Viele Lebensmittel halten deutlich länger, als es das Mindesthaltbarkeitsdatum angibt

Und seine deutsche Ressortkollegin sekundierte vor wenigen Tagen: „Wir können uns das Wegwerfen nicht länger leisten“, so die deutsche Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU). Das sei nicht nur ein ökonomisches oder ökologisches, sondern auch ein moralisches Problem. Für Deutschland hat der Dokumentarfilm „Taste the Waste“ die Zahl von 20 Millionen Tonnen Lebensmitteln geschätzt, die pro Jahr bei den deutschen Nachbarn in den Müll wandern. Der deutsche Handel hält diese Berechnungen für übertrieben.

Im Aktionswahn

„Beim Einkauf darf man sich nicht von Lockangeboten zum Kauf von Großmengen verleiten lassen. Viel besser ist es, wenn man auf qualitativ hochwertige Lebensmittel aus Österreich setzt, denn dadurch unterstützt man die heimische Landwirtschaft und leistet damit auch noch einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz“, sagte am Dienstag Anna Höllerer bei der Präsentation der Plattform „Lebensmittel sind kostbar!“. Höllerer ist Vorsitzende der ARGE Bäuerinnen. Vielen Menschen sei gar nicht bewusst, dass sie häufig zu viele Produkte kaufen. Rund sechs bis zwölf Prozent des Restmülls sind entweder angebrochene oder überhaupt originalverpackte Lebensmittel.

Wie lange halten Lebensmittel?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf der Verpackung von Lebensmitteln gibt an, wie lange es bei sachgerechter Lagerung seine spezifischen Eigenschaften behält. Ein abgelaufenes MHD bedeutet mitnichten, dass ein Lebensmittel verdorben sein muss. Hier gilt: Prüfen durch Riechen, Schauen und Kosten!

Bereits beim täglichen Einkauf könne jeder Einzelne die Lebensmittelverschwendung reduzieren. „Eine einfache Abhilfe ist ein Einkaufszettel. Vor dem Einkaufen notieren, was wirklich gebraucht wird. Wenn man nicht sicher ist, dass die Produkte in nächster Zeit verbraucht werden - Finger weg“, erklärte Franz Floss, Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation (VKI).

Um Maßnahmen gegen die Lebensmittelverschwendung zu setzen, unterstützen die bäuerlichen Produzentinnen und Unternehmerinnen auch Initiativen und Vereine wie etwa die Wiener Tafel. Der ehrenamtliche Sozialverein sammelt nach eigenen Angaben Warenspenden von Handel und Industrie und versorgt damit 10.000 von Armut Betroffene in über 80 Sozialeinrichtungen im Großraum Wien.

Wie viel kann der Konsument tun?

Dennoch: Es liegt nicht nur in der Hand der Konsumenten. Die EU hat 2009 die oft kritisierte EU-Vermarktungsnorm für Obst und Gemüse aktualisiert und dabei etwa die Norm, die die Gurkenkrümmung regelte, abgeschafft. Zwar dürfen krumme Gurken und verwachsene Karotten wieder in den Supermärkten verkauft werden - allerdings sind viele Handelsketten beim alten Standard gerader Gurken und schön gewachsenen Obstes und Gemüses geblieben. So bleiben weiterhin in Europa viele zu große, zu kleine, mehr oder weniger krumme Gemüsearten auf den Feldern liegen.

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