Abrupter Abschied vom Sommer
Statt kurzer Hosen ist seit Freitag eine warme Jacke angesagt: Der Sommer ist endgültig vorbei, innerhalb von 24 Stunden stürzte die Temperatur um bis zu 21,5 Grad ab. In den Bergen ist es bereits tiefwinterlich, in niedriger gelegenen Gebieten regnet es in Strömen.
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Vom verlängerten Sommer, der bis vor kurzem mit 27 Grad aufwarten konnte, ist nichts mehr übrig. Die Temperaturen liegen meist nur noch zwischen zwei und zwölf Grad. In der Nacht kann es Temperaturen bis minus zwei Grad geben. Die Schneefallgrenze sank auf 900 bis 1.200 Meter Höhe, kann jedoch am Abend und in der Nacht weiter nach unten gehen. In Kärnten und in der südlichen Steiermark gibt es auch Gewitter.
Kräftiger Wind aus West bis Nordwest
Schneeregen und tiefe Temperaturen gab es im Großraum Villach und Nötsch in weniger als 600 Meter Seehöhe, so ORF-Wetterexperte Herbert Kartas. Auch rund um Klagenfurt schneit es in ländlichen Regionen. Der kräftige Wind aus West bis Nordwest verstärkt das ohnehin kalte Klima weiter.

APA/Dietmar Stiplovsek
Im Bregenzerwald in Vorarlberg sind die Berge bereits angezuckert
Zu den kältesten Orten zählte am Freitag Radstadt in Salzburg mit 1,8 Grad. Nur unwesentlich weniger dramatisch wirkte sich der Wettersturz in anderen Teilen Österreichs aus: In Pottschach im südlichen Niederösterreich, wo am Donnerstag noch der bundesweite Höchstwert von 25,5 Grad gemessen worden war, hatte es am Freitagvormittag 7,9 Grad. Ähnlich die Situation etwa in Wien-Mariabrunn: am Donnerstag 25,4 Grad, am Freitag nur noch 9,1 Grad, hieß es von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).
Wirbelsturm „Ex-Ophelia“ brachte Umschwung
Auslöser des Wettersturzes ist „Ex-Ophelia“, ein atlantischer Wirbelsturm, der sich derzeit über Skandinavien dreht und polare Kaltluft zu uns schickt, und diese löste wiederum über Oberitalien eine Tiefdruckentwicklung aus.
Ausgenommen von dem Temperatursturz ist kein Bundesland: In St. Pölten fielen die Temperaturen von 23,4 auf 9,0 Grad, in Graz von 23,7 auf 7,9 Grad, in Villach von 24,5 auf 7,3 Grad, in Ried im Innkreis von 22,2 auf 7,1 Grad, in Salzburg von 23,8 auf 6,3 Grad und in Innsbruck von 23,1 auf 6,8 Grad. In Obertauern, wo am Donnerstag noch 16,4 Grad angezeigt wurden, fielen die Quecksilbersäulen am Freitag bereits unter den Gefrierpunkt: minus 1,3 Grad. Ebenfalls beeindruckend: St. Jakob in Defereggen (Osttirol) von 19,3 auf 0,2 Grad.
28 Zentimeter Neuschnee auf Hohem Sonnblick
In den höheren Lagen ist es seit Freitag zum Teil tiefwinterlich. Auf dem Feuerkogel auf rund 1.600 Metern gab es zwei Zentimeter Neuschnee, auf dem Hahnenkamm (1.712 Meter) acht Zentimeter, auf der Rudolfshütte (2.315 Meter) zwölf Zentimeter und auf dem Hohen Sonnblick (3.105 Meter) stolze 28 Zentimeter. Kalt war es auf dem Brunnenkogel (3.440 Meter) bereits am Donnerstag, doch die minus elf Grad markierten am Freitag eindeutig Österreichs Kältepol.
Wochenende bleibt kalt
Das kalte Wetter hält zumindest noch am Wochenende an. Am Samstag bleibt es von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich dicht bewölkt, und es regnet immer wieder. Mit Schneefall ist bereits oberhalb von 800 bis 1.200 Metern zu rechnen.
Nur einzelne Schauer gibt es im östlichen Flachland und vom Lienzer Becken über Kärnten bis in die südliche Steiermark und ins Südburgenland. In diesen Regionen ist es zumindest zeitweise auch sonnig. Es bleibt kalt bei höchstens drei bis zehn, im Osten und Süden bis zu 13 Grad.
Am Sonntag regnet und schneit es im Gebiet von Vorarlberg bis zur nördlichen Obersteiermark zunächst verbreitet und zum Teil stark, später am Tag lässt der Regen nach, und es lockert stellenweise auf. Die Schneefallgrenze steigt bereits auf 1.200 bis 1.500 Meter. Im östlichen Flachland und im Süden ziehen nur vorübergehend ein paar Schauer durch, und zeitweise kommt die Sonne hervor. Die höchsten Temperaturen liegen bei vier bis zwölf Grad, mit mehr Sonne bis zu 14 Grad. Etwas milder wird es dann wieder ab Montag, die Höchstwerte klettern dann bereits wieder auf zehn bis 15 Grad, und die Schneefallgrenze steigt auf 3.000 Meter.
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