Frankreich verbietet Beten auf der Straße
Das Beten auf der Straße ist in Frankreich seit gestern verboten. Die Regelung trifft vor allem Muslime, die mangels Andachtsräumen in französischen Städten ihre Gebetsteppiche oft auf dem Gehsteig ausrollen. Der französische Innenminister Claude Gueant warnte, dass die Polizei bei Nichtbefolgung des Verbots notfalls Gewalt anwenden werde.
In Paris wurden den Gläubigen bis zur Fertigstellung einer großen Moschee provisorische Räumlichkeiten in einer alten Feuerwehrkaserne im Norden der Stadt zugewiesen.
Das Verbot wird als Versuch von Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy gesehen, sich vor der in sieben Monaten anstehenden Präsidentschaftswahl Stimmen aus dem rechten Lager zu sichern. Die Rechtspopulisten um Marine Le Pen bemängeln eine mangelnde Integration der fünf Millionen in Frankreich lebenden Muslime.