Der Weg zur siebenfachen Vaterschaft
Als „A Man of Wealth and Taste“ stellt sich Mick Jagger im Song „Sympathy for the Devil“ vor. Obwohl der Sänger bald 70 Jahre alt wird, rocken seine Rolling Stones unverdrossen weiter. Ihre Tourneen sind nach wie vor ausverkauft und brechen alle Rekorde.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Michael Philip Jagger wurde wie der zweite maßgebliche Stone Keith Richards im englischen Dartford geboren. Gegründet wurden die Stones 1962 allerdings von Brian Jones, der zu Beginn der Karriere auch federführend war. Was als Projekt von erklärten Blues-Fans begann, entwickelte sich zunehmend in Richtung eines sich bewusst vom weicheren Beatles-Sound abgrenzenden Rock: Der erste Hit war „The Last Time“, gefolgt vom kometenhaften Karrierekick durch „Satisfaction“ 1965.
Jagger war - im Gegensatz zu Richards - ein recht erfolgreicher Schüler und bestand als 18-Jähriger die Aufnahmeprüfung an der Londoner School of Economics. Als Berufsziele gab der Student der Volkswirtschaft und Politikwissenschaft Anwalt, Jurist oder Politiker an, berichtete Ex-Stone Bill Wyman in seinem Buch „Stone Alone“. Micks Bruder Chris Jagger sagt darin: „Wir nannten ihn immer nur Mike. Den Namen Mick hasste er sogar. So rief ich ihn nur, wenn ich ihn ärgern wollte.“
Gescheiterte Solokarrieren
In den Stones-Annalen gibt es aber nur Mick Jagger. Vom jugendlichen, fast schüchtern zwischen den Bandkollegen stehenden Jagger zum dominierenden, Mädchen und Frauen mit lasziven Bewegungen hinreißenden Frontmann war es aber kein langer Weg. Zugleich gelang es Jagger wie keinem anderen, zwischen den Polen Rebell und Lebemann zu wandeln, ohne abzustürzen.
Im Juli 1969 starb Jones, von Drogenexzessen gezeichnet. Jagger und Richards wurden danach unangefochten zum kreativen Zentrum der Stones. Beide scheiterten mehr oder weniger mit Versuchen, eine Solokarriere zu starten. Der Erfolg und die Treue der Fans, die bis heute Hunderte Millionen Dollar allein bei Tourneen in die Bandkasse spülten, schweißten die Rolling Stones zusammen. Und das scheint bis ins hohe Alter zu halten: Von einem Rückzug wollen Jagger und Richards noch immer nichts wissen. Eher werden die Stones zu einem Symbol für die Verlängerung der Lebensarbeitszeit.
Berufsjugendlicher und „Kriecher“?
Manche sehen Jagger als sexbesessenen Berufsjugendlichen, andere als einen gut situierten Geschäftsmann, der zwar noch „Street Fighting Man“ singt, aber längst zum Establishment gehört. Richards hätte nach Jaggers Ritterschlag durch Königin Elizabeth II. aus „kalter, kalter Wut“ beinahe die Welttournee der Stones platzen lassen. Das sei doch was „für Kriecher und Leute wie Phil Collins“, giftete Richards. Jagger hätte besser darauf verzichten sollen. Schlagzeuger Charlie Watts, der ruhende Pol der Stones, vermittelte.
Jaggers Frauen
Neben zahllosen Affären war Jagger bisher zweimal verheiratet: von 1971 bis 1979 mit Bianca Perez Morena de Macias, von 1990 bis 1999 mit Jerry Hall. Er hat sieben Kinder anerkannt: die 1967 von Sängerin Marsha Hunt geborene Tochter Karis, die 1971 geborene Tochter Jade, die ihn zum mehrfachen Großvater machte, vier Kinder mit Jerry Hall und einen 1999 geborenen Sohn aus einer Affäre mit dem brasilianischen Fotomodell Luciana Gimenez Morad.
Hall reichte deswegen die Scheidung ein. Als sie ein Fünftel seines auf 200 Millionen Euro geschätzten Vermögens einforderte, ließ Jagger vor Gericht die Rechtmäßigkeit der auf Bali nach hinduistischem Ritus geschlossenen Ehe anzweifeln. Im August 1999 erklärte ein Londoner Gericht die Ehe für nichtig, da in Großbritannien keine Registrierung erfolgt sei.
Bühnenfit Richtung Siebziger
Jagger, der auf der Bühne bei einer Show eine Strecke von zehn Kilometern zurücklegen soll, hält sich mit Joggen fit. Zu seinem Immobilienbesitz gehören eine 20-Zimmer-Villa in London, ein Schloss in Frankreich und ein Luxusappartement in Manhattan. Neben seiner Solokarriere als Musiker, die ihn nun zum All-Star-Projekt SuperHeavy geführt hat, versuchte sich Jagger auch im Filmgeschäft. Als Schauspieler und Produzent erhielt er aber nie die Anerkennung, die er als Stones-Chef gewöhnt war.
Link: