Angriff auf Bus und Pkw
Ein dreifacher Anschlag aus dem Hinterhalt nahe dem israelischen Badeort Eilat am Roten Meer hat am Donnerstag mindestens 30 Verletzte und sieben Menschenleben gefordert. Mehrere Bewaffnete verübten aufeinanderfolgende Attentate auf einen Passagierbus, ein Auto und einen Bus mit Soldaten.
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Laut offiziellen Angaben haben Bewaffnete nahe der Grenze zu Ägypten das Feuer auf einen Bus und andere Autos eröffnet und dabei sieben Israelis getötet. Das bestätigte eine der Sprecherinnen der israelischen Streitkräfte, Abitel Leibovich. Es handle sich um sechs Zivilisten und ein Mitglied der Sicherheitskräfte. Die Angreifer versuchten, in ihrem Auto zu fliehen. Auf der Flucht schossen sie erneut auf einen Bus. Die Polizei habe mit zwei Kampfhubschraubern die Verfolgung aufgenommen und die Angreifer schließlich in einem Schusswechsel gestellt.

Google Earth; ORF.at
Die Anschläge ereigneten sich nahe dem israelischen Badeort Eilat
Ersten Erkenntnissen zufolge seien dabei auch panzerbrechende Waffen und Mörser eingesetzt worden, sagte Militärsprecher Joab Mordechai im Rundfunk. Nach Angaben des Militärs wurden sieben Angreifer erschossen. In anderen Quellen war von drei toten Attentätern die Rede. Der israelische TV-Sender Channel 10 berichtet von einer vierten Attacke nahe der ägyptischen Grenze. Einzelheiten dazu waren zunächst nicht bekannt. Der Flughafen von Uyda wurde gesperrt, genauso wie alle Straßen vom Norden Israels nach Eilat.
Feuer an Grenzposten
Nach Angaben der Rettungskräfte wurden die Passagiere bei dem ersten Angriff an den Beinen getroffen, doch waren die Verletzungen nicht lebensbedrohlich. Die staatliche Transportgesellschaft Egged, zu der das erste Fahrzeug gehörte, erklärte, in dem Bus hätten sich zahlreiche Soldaten auf dem Weg von Beerscheba nach Eilat befunden, wo sie das Wochenende am Meer verbringen wollten.
Er habe „wie jeden Tag“ zwei ägyptische Soldaten bei ihrem Posten gesehen, gab der Fahrer des ersten beschossenen Busses gegenüber dem israelischen Radio an. Heute hätten sie aber das Feuer auf den Bus eröffnet. Er sei weitergefahren, um den Bus aus der Gefahrenzone zu bringen.

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Bei der Attentatsserie gab es mehrere Tote und mindestens 30 Verletzte
Im Süden Israels ist nach den Anschlägen noch keine Ruhe eingekehrt. Einem Bericht des israelischen Fernsehens zufolge habe es nördlich des Badeortes Eilat eine weitere Schießerei gegeben, sagte ein Reporter ohne Nennung von Einzelheiten.
Sicherheitsvakuum Ägypten befürchtet
Die Verbindungsstraße in den Touristenort Eilat führt zum Teil unmittelbar an der Sinai-Grenze zu Ägypten entlang. Israel hatte vor kurzem damit begonnen, entlang dieses Grenzabschnitts eine Grenzbefestigung zu bauen. Die Grenze bildet dort über weite Strecken derzeit nur ein Zaun. Israelische Sicherheitskräfte äußerten die Befürchtung, dass Extremisten das Sicherheitsvakuum in Ägypten nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Hosni Mubarak ausnützen könnten.

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In den Bussen waren die Einschüsse deutlich zu sehen
Ägypten dementierte allerdings. Es sei unwahrscheinlich, dass der Angriff von ägyptischem Territorium aus durchgeführt wurde, sagte ein Gouverneur Sicherheitspatrouillen hätten keine „verdächtigen Bewegungen“ auf ägyptischer Seite ausgemacht. Die ägyptische Armee startete vor wenigen Tagen im Norden des Sinai einen großangelegten Militäreinsatz gegen militante Gruppen. Daher hielt es ein anderer ägyptischer Spitzenbeamter, der anonym bleiben wollte, für voreilig. Es sei durchaus denkbar, dass einige von ihnen gen Süden geflohen und durch den Grenzzaun nach Israel gelangt seien.
Palästinenser verantwortlich
Wenig später machte der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak palästinensische Täter für die Angriffsserie verantwortlich. Die Angriffe „kommen vom Gazastreifen“, erklärte Barak am Donnerstag. Israel werde energisch reagieren. Es handele sich bei dem Anschlag um einen „ernsten, koordinierten Terrorangriff“, der von dem Kontrollverlust der ägyptischen Sicherheitskräfte über die Sinai-Halbinsel und der Ausbreitung des Terrorismus in dieser Region zeuge, so Barak.
Die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas-Organisation hat den Vorwurf einer Beteiligung an den tödlichen Terroranschlägen im Süden Israels zurückgewiesen. „Ich glaube nicht, dass Hamas hinter den Angriffen steht“, sagte das führende Hamas-Mitglied Ahmed Jussef der dpa in Gaza. „Aber wir preisen die Attentäter, denn sie haben israelische Soldaten angegriffen“, fügte Jussef hinzu.
Gefährliche Pufferzone bei Grenzzaun
Bei einem israelischen Luftangriff auf Ziele im Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben am Donnerstag sechs Menschen getötet worden. Unter den Toten bei dem Ort Rafah sei auch ein Kind, sagte ein Sprecher des medizinischen Notdienstes der dpa. Erst am Dienstag töteten israelische Grenzsoldaten einen 18-jährigen Palästinenser aus dem Gazastreifen, weil er sich dem Grenzzaun genähert hatte.
Israel hat hinter dem Grenzzaun auf palästinensischer Seite eine 300 Meter breite Pufferzone eingerichtet. Wer sich ihr nähert oder sie gar betritt, riskiert sein Leben. Schon in der Nacht zu Dienstag waren bei israelischen Luftangriffen auf den Gazastreifen ein Palästinenser getötet und fünf weitere verletzt worden. Die Bombardierungen seien eine Reaktion auf Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf Israel gewesen, hatte das Militär mitgeteilt.
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