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Ausblick negativ bewertet

Nach der Einigung im Schuldenstreit hat die Ratingagentur Standard & Poor’s die US-Bonität von der Bestnote „AAA“ auf „AA+“ herabgestuft. Zugleich warnte die Agentur, der langfristige Ausblick sei negativ. Falls die USA ihre Schulden nicht in den Griff bekommen sollten, "könnten wir das langfristige Rating innerhalb der nächsten zwei Jahre auf „AA" herabstufen“, hieß es.

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Die Agentur begründete ihren Schritt so: Die nach wochenlangem Ringen vom Kongress vergangenen Dienstag beschlossenen Einsparungen reichten zur Finanzkonsolidierung nicht aus. Auch die „Berechenbarkeit des amerikanischen Politikprozesses“ (policymaking) müsse infrage gestellt werden, heißt es mit Blick auf das langwierige Gezerre zwischen Regierungslager und Opposition.

Der nach wochenlangem Tauziehen zwischen Demokraten und Republikanern erreichte Schuldendeal sieht eine Erhöhung des Schuldenlimits von derzeit 14,3 Billionen Dollar (rund zehn Billionen Euro) vor. Das solle mit Sparmaßnahmen in Höhe von 2,5 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) einhergehen.

Skepsis gegenüber Sparplänen

S&P hatte aber bereits zuvor gewarnt, es seien Einsparungen in Höhe von vier Billionen notwendig. Daher seien auch die Aussichten negativ, so dass die Bewertung weiter abgesenkt werden könnte. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass die USA von Standard & Poor’s nicht mit der Bestnote „AAA“ bewertet werden.

Bereits unmittelbar nach der Einigung am Dienstag hatten bereits die Ratingagenturen Moody’s und Fitch davor gewarnt, dass die Sparpläne der Regierung angesichts der hohen Verschuldung nicht ausreichen könnten. Sie hielten aber an der Topbonität „AAA“ fest.

Finanzministerium ortet Rechenfehler

Die US-Regierung kritisierte die S&P-Entscheidung. Ihr liege ein Rechenfehler zugrunde, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Eine Beurteilung, die mit einem Fehler von zwei Billionen Dollar behaftet sei, spreche für sich. In Regierungskreisen hieß es, die Agentur habe die Zahl zwar aus ihrer Analyse gestrichen, der Fehler lasse aber an ihrer Glaubwürdigkeit zweifeln.

Kredite dürften teurer werden

Mit der Herabstufung werden US-Staatsanleihen, die einst als die weltweit sicherste Geldanlage galten, niedriger bewertet als Anleihen von Ländern wie Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Kanada. Kredite für die Regierung, aber auch für Unternehmen und Verbraucher in den USA dürften teurer werden. Experten rechnen damit, dass sich die staatlichen Kreditkosten mit der Zeit um 100 Milliarden Dollar verteuern könnten.

Die US-Notenbank erklärte, Auswirkungen auf die Konjunkturstützen der Federal Reserve wie das Notkreditprogramm und das Programm zum Aufkauf von Anleihen gebe es nicht. Auch gebe es keine Änderungen für die Banken im Umgang mit US-Bonds.

Furcht vor Rezession

Für die Finanzmärkte kann die Herabstufung kaum zu einem ungünstigeren Zeitpunkt kommen. Die Furcht vor einer erneuten Rezession in den USA und einer Ausweitung der europäischen Schuldenkrise hatten in dieser Woche weltweit zu Panikverkäufen an den Börsen geführt. Die S&P-Entscheidung komme aber nicht völlig unerwartet, sagte ein Analyst. Aufgrund der Bedeutung des US-Dollar als Leitwährung könnte die Abwertung die Weltwirtschaft, die bereits unter der Euro-Krise leidet, weiter ins Trudeln bringen.

China wirft USA Schuldensucht vor

China reagierte mit scharfer Kritik auf die Herabstufung. Als größter Gläubiger der einzigen Weltmacht habe China „jetzt alles Recht, von den USA zu fordern, dass diese ihr strukturelles Schuldenproblem in den Griff bekommen und die Sicherheit von Chinas Dollar-Vermögen sicherstellen“, hieß es in einem Kommentar der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

Die USA müssten ihre „Schuldensucht heilen“, indem sie die Militär- und Sozialausgaben kürzten. Die Zeiten, als sich die USA ihre Probleme einfach durch neues Schuldenmachen vom Hals hätten schaffen können, seien endgültig vorbei. Die Rolle des US-Dollars müsse international überprüft werden, hieß es in dem Kommentar weiter. Eine Option sei eine neue stabile weltweite Reservewährung.

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