140 Mio. Menschen betroffen
Millionen Amerikaner leiden unter einer Hitzewelle, die als eine der schlimmsten seit Jahren gilt. Vom Mittleren Westen über Chicago bis Washington an der Ostküste herrschen seit Tagen Temperaturen von teils über 40 Grad. Nach Angaben des nationalen Wetterdienstes starben bisher 22 Menschen an den Folgen der Wetterlage.
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Der Wetterdienst teilte mit, für die meisten Regionen im Zentrum und Nordosten des Landes seien Warnhinweise wegen der extremen Hitze veröffentlicht worden. „Die gefährliche Hitzewelle geht in weiten Teilen des Zentrums und des Ostens der Vereinigten Staaten weiter, mit unmäßiger Hitze und Feuchtigkeit“, so der Wetterdienst. Im zentralen Bundesstaat Iowa gab es am Mittwoch gefühlte 51 Grad, im Bundesstaat Maryland nahe der Hauptstadt Washington waren es 42 Grad. Am Freitag soll die Hitzewelle die Atlantikküste erreichen; es werden Temperaturen zwischen 40 und 46 Grad erwartet.
Derzeit haben die Einwohner in 17 Bundesstaaten von Texas bis Michigan mit den hohen Temperaturen zu kämpfen. Laut „New York Times“ sind von der Hitzewelle rund 140 Millionen Menschen betroffen. Die Menschen suchen Zuflucht in Schwimmbädern und klimatisierten Einkaufszentren.
Besonders gefährliche Mischung
Als besonderes Risiko für Alte und Kranke gilt, dass die Hitze mit hoher Luftfeuchtigkeit einhergeht. „Wenn man nach draußen geht, fühlt es sich an, als schlage einem ein feuchter Schwamm ins Gesicht“, so eine Meteorologin am Donnerstag. Auch die Rettungsdienste sind in permanenter Alarmbereitschaft, wie die „Washington Post“ berichtete.
Ratschläge, wie man mit der Hitze umgeht, wurden in diversen Medien veröffentlicht. Selbst in den Freibädern wird man der hohen Wassertemperaturen nur mit einigen Kniffen Herr. In Omaha im Bundesstaat Nebraska kippte der Betreiber eines Vergnügungsparks zwei Tonnen Eiswürfel in das dortige Schwimmbecken, um die Wassertemperatur auf erträgliche 28 Grad herunterzukühlen.

AP/Darron Cummings
Menschen leeren Eis in ein Schwimmbecken.
In Enid im Bundesstaat Oklahoma war es so heiß, dass der Asphalt an einer stark befahrenen Kreuzung in der Sonne zerbröckelte. Mehrere Städte öffneten „Kühlungszentren“ als Notprogramm für ärmere Bewohner, die sich keine Klimaanlage leisten können. Zusätzlich verschlimmert sich die Situation dadurch, dass die Beihilfen für Strom für Bedürftige gestrichen wurden, wie die Huffington Post berichtete. Teils wandeln die Bundesstaaten nun die Heizzuschüsse für den Winter in Strombeihilfen um.
Belastungsprobe für marodes Stromnetz
Der Einsatz der Klimaanlagen wird allerdings in den von der Hitzewelle betroffenen Bundesstaaten immer mehr eine Belastungsprobe für das teils ohnehin marode Stromnetz des Landes. In einigen Regionen wurde von den Behörden vor möglichen hitzebedingten Stromausfällen gewarnt. Vonseiten der Strombetreiber gab man sich allerdings zuversichtlich. Man schaffe es auch noch, 15 Prozent mehr an Stromverbrauch abzudecken. Unvergessen sind allerdings die Stromausfälle während der Hitzewelle 2006. Das Netz war derart überlastet, dass Transformatoren wegen Überhitzung zu brennen begannen, wie „USA Today“ berichtete.

AP/Mark Duncan
Oft hilft nur die Abkühlung mit dem Wasserschlauch.
An der Ostküste wurden bereits Warnungen an die Bevölkerung ausgegeben, Waschmaschinen, Geschirrspüler und ähnliche Geräte erst nach Sonnenuntergang und nicht während der größten Hitze am Nachmittag in Betrieb zu nehmen, so „USA Today“ weiter. In New York sind Fahrzeuge unterwegs, um durstige Passanten mit Wasser zu versorgen.
Auch nachts kühlt es nicht mehr ab
Die Hitze wird von einer schweren Dürre im Süden begleitet. „Am schlimmsten ist es, dass es auch nachts nicht richtig abkühlt“, so ein US-Wetterexperte. In der US-Hauptstadt Washington fällt die Temperatur auch nachts kaum noch unter 25 Grad. „Das bedeutet, dass sich die Menschen einfach nicht mehr abkühlen können.“ Noch ist keine Erleichterung in Sicht. Nachdem zunächst vor allem der Mittlere Westen betroffen war, verlagert sich die Hitzeglocke jetzt an die Ostküste. In der Region um Washington dürfte es in den kommenden Tagen sogar noch schlimmer werden: Dort drohen „gefühlte 115 Grad Fahrenheit“ (46 Grad Celsius), hieß es.
Für die sonst so heiße Westküste wurden nur wenige Hitzewarnungen ausgesprochen. Die Temperaturen in den Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington lagen im saisonüblichen Bereich, ebenso im weiter landeinwärts gelegenen Arizona. In Utah galt nur in kleinen Teilen eine Warnung wegen erhöhter Waldbrandgefahr.
Hitzewellen sind in den USA an sich nichts Ungewöhnliches: Allein in Kalifornien kamen im Juli 2006 mehr als 130 Menschen ums Leben, darunter vor allem alte Menschen und Obdachlose. Unvergessen ist die Hitzewelle im Jahr 1995, als allein in Chicago mehr als 700 Menschen starben.
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