„Menschen zum Angreifen“
Junge Menschen brauchen Vorbilder, um ihre Persönlichkeit entwickeln zu können - das wusste schon Sigmund Freud. Will man später im Erwachsenenleben Karriere machen, so kann es auch da förderlich sein, sich an Vorbildern zu orientieren. In technischen Berufen gibt es wenige Frauen, die es zu Berühmtheit gebracht haben.
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Das Problem ist laut Gender-Forscherin Bente Knoll nicht das Fehlen von guten Technikerinnen per se, sondern das Fehlen von massenwirksamen Vorbildern. „Historische Vorbilder wie die Architektinnen Margarete Schütte-Lihotzky und Edith Lassmann sind natürlich Vorbilder. Junge Menschen brauchen aber reale Vorbilder zum Angreifen.“
Neben dem Kreieren von Vorbildern müsse man bei jungen Menschen ein grundlegendes Interesse an der Technik wecken - und das schon ganz früh. Anzusetzen sei dabei schon in Kindergärten und Schulen. „Die Entscheidung für einen technischen Beruf hängt ganz stark davon ab, wie er mir vermittelt wurde. Mädchen muss einfach mehr zugetraut werden“, so Knoll.
Eltern wichtig für Berufsentscheidung
Anna Bohrn von der österreichischen Industriellenvereinigung schlägt vor, auch bei den Eltern anzusetzen. „Eltern haben großen Einfluss auf die Berufswahl ihrer Kinder. Wenn man daheim immer nur hört, Technik ist etwas für Männer, dann wird man als Mädchen kaum auf die Idee kommen, sich für Technik zu interessieren.“ In diese Kerbe schlägt auch Elisabeth Zehetner, Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft. Sie sieht die Entscheidung junger Menschen für einen bestimmten Beruf als „Frage der Elternbildung“ und spricht sich außerdem für eine verpflichtende Potenzialanalyse in den Schulen aus. Das Bildungsministerium solle diese Analysen kostenlos zur Verfügung stellen, so die Bundesgeschäftsführerin von Frau in der Wirtschaft.
Pionierinnen
Margarete Schütte-Lihotzky (1897 - 2000) war die erste Frau, die in Österreich das Studium der Architektur absolvierte. Als eine der größten Errungenschaften Schütte-Lihotzkys gilt die „Frankfurter Küche“, der Prototyp heutiger Einbauküchen.
Die Niederösterreicherin Edith Lassmann studierte Architektur und wurde mit 21 Jahren Diplom-Ingenieurin. Während des Zweiten Weltkriegs unterrichtete sie an der TU-Wien, danach hatte sie am Wiederaufbau Wiens großen Anteil. Später arbeitete Lassmann als selbstständige Ziviltechnikerin.
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