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Firmen beginnen Vielfalt zu schätzen

Österreichische Firmen brauchen mehr hochqualifizierte Frauen in technischen Berufen - das bekräftigte erst Anfang Juli wieder die Elektroindustrie. Zumindest ein paar Unternehmen wollen sich nun nicht mehr allein darauf verlassen, dass Ministerien und Kammern Frauen für Technik begeistern, und werden selbst aktiv.

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So hat etwa der weltweit agierende Konzern RHI, mit Sitz in Wien, Gender Diversity, also die Vielfalt der Geschlechter, in seinem Firmenprogramm festgeschrieben. Den Vorteil von gemischten Teams sieht das Unternehmen darin, dass diese produktiver und innovativer sind. Das Projekt „Gender Diversity“ läuft erst seit eineinhalb Jahren. Es beinhaltet beispielsweise ein Mentoringprogramm: Ausgewählte Frauen, die bereits im Unternehmen arbeiten, sollen als Vorbilder für Neueinsteigerinnen fungieren und diese unterstützen. Wert gelegt wird außerdem auf Gender-sensible Kommunikation innerhalb des Unternehmens, sowohl mündlich als auch bei schriftlichen Texten. Mit diesen Ideen will die RHI gezielt für Frauen attraktiver werden.

Laut Sabine Leisentritt, Assistentin der RHI im Bereich Personalbeschaffung, zeigen die Maßnahmen bereits Wirkung: „Das Bewusstsein innerhalb des Unternehmens hat sich verändert.“ Damit allein gibt man sich aber noch nicht zufrieden. Vor allem auf Führungsebene sind noch zu wenige Frauen vertreten. Derzeit arbeiten unterschiedliche Arbeitsgruppen daran, geeignete Karenz- und Arbeitszeitmodelle zu entwickeln, mit denen Familie und Karriere besser verbunden werden können.

40 Prozent weibliche Lehrlinge in Betrieb in OÖ

Auf Frauenpower setzt auch das oberösterreichische Industrieunternehmen Schatzdorfer, das in der metallverarbeitenden Branche tätig ist. 40 Prozent der technischen Lehrlinge sind dort weiblich. Das war nicht immer so. Chefin Gertrude Schatzdorfer hat sich in den vergangenen 13 Jahren, in denen sie die Firma leitet, immer wieder um weiblichen Nachwuchs bemüht. „Ich arbeite intensiv mit Kindergärten und Schulen zusammen, schreibe Lehrer direkt an und versuche so jungen Menschen zu vermitteln, was ein Industriebetrieb macht“, so Schatzdorfer.

Zur Nachfrage nach Frauen in der Technik sagt die Firmenchefin: „Sie hätten nicht nach uns Frauen geschrien, wenn es genug gute Männer gäbe.“ Schatzdorfer mahnt aber, bei all der „Gleichmacherei“ nicht auf die Burschen zu vergessen. „Es muss beiden Geschlechtern gut gehen, sonst haben wir irgendwann ganz viele Männer, die keiner braucht.“ Schatzdorfer selbst ist ausgebildete Kindergärtnerin. Die Leitung des elterlichen Industriebetriebs ist ihr aufgezwungen worden, wie sie selbst sagt. Getreu ihrem Lebensmotto „Jetzt zeig ich´s euch“ hat Schatzdorfer mittlerweile Gefallen an ihrem Job gefunden und sieht ihre Hauptaufgabe darin, „jungen Menschen Begeisterung zu geben, für das, was sie tun“.

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