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Frauen organisieren sich

Männer helfen Männern - und das seit vielen, vielen Jahren. Um der Dominanz männlicher Netzwerke entgegenzuwirken, fand in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine Institutionalisierung von Frauennetzwerken statt. Während diese oft als „Tratschrunden“ abqualifiziert wurden, leisten die neuen Kontakte Frauen in ihrem Berufsleben heute wichtige Dienste.

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Bente Knoll, selbstständige Landschaftsplanerin und Lehrende an der TU Wien, sieht in der Institutionalisierung von Netzwerken einen wichtigen Schritt. Das Vorurteil, Frauen würden anderen Frauen beim beruflichen Aufstieg nicht helfen, lässt Knoll nicht gelten. „Mir haben die Netzwerke, in denen ich mich engagiere, bisher sehr viel gebracht. Man sollte sich bereits während des Studiums einbringen, dann kann man später im Berufsleben auf viele wertvolle Kontakte zurückgreifen“, empfiehlt Knoll.

Übergeordnetes Netzwerk fehlt

Vor allem in technischen Berufen gibt es nach wie vor wenige Frauen. Um diese zu unterstützen, haben einige Institutionen Netzwerke gegründet. Plattformen wie FEMTech und w-fFORTE sind Programme des Wirtschaftsministeriums beziehungsweise des Verkehrsministeriums. Die meisten Netzwerke für Ingenieurinnen sind branchenspezifisch. OVEyoungEngineers etwa verlinkt Elektrotechnikerinnen. Ein übergeordnetes Netzwerk, das unabhängig von Branche, Kammer und Ministerium ist, fehlt allerdings noch.

Erst vor kurzem wurde ein neues Netzwerk für Frauen ins Leben gerufen. Dieses nennt sich WIMEN (Women in Mobility & Energy Environment Network) und richtet sich hauptsächlich an Frauen, die in den Bereichen Mobilität, Energie und Umwelt arbeiten. Gründerin des Netzwerks ist Susanne Wolf-Eberl, seit Jahren in der Mobilitäts- und Energieforschung tätig. Sie weiß: „Wissen ist Macht, und Wissen soll weitergegeben werden.“ Ein regelmäßiger Austausch der Frauen soll die Basis legen, damit man einander auf allen Ebenen unterstützen kann.

„Großer Bedarf war Überraschung“

Wolf-Eberl sieht den Unterschied zwischen Frauen- und Männernetzwerken darin, dass die Ziele andere sind. „Frauen sind in der Gruppe gesellschaftsorientierter. Die Ichzentriertheit wird zurückgedrängt zugunsten eines Gemeinschaftsdenkens.“ Das Netzwerk WIMEN ist laut Wolf-Eberl ein Versuch, gemeinsam eine wahrnehmbare Stimme zu bilden. „Es soll ein Wirgefühl entstehen“, so Wolf-Eberl.

Wolf-Eberl zeigt sich überrascht vom großen Zulauf, den das neue Netzwerk bisher hatte. 60 bis 70 Frauen bekundeten ihr Interesse. „Als ich diese Projektidee hatte, habe ich nicht damit gerechnet, dass das Interesse so groß ist. Der Bedarf nach einem Netzwerk ist also da. Es soll aber beruflich motiviert sein und keinesfalls politisch.“

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