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„Schreiben war eine große Anstrengung“

Die Kärntner Slowenin Maja Haderlap hat am Sonntag mit einem Auszug aus ihrem Romanerstling „Engel des Vergessens“ den Ingeborg-Bachmann-Preis bei den 35. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt gewonnen.

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Die zweisprachige Autorin, die bisher vor allem mit Lyrikveröffentlichungen von sich reden machte, hat ihr Buch in deutscher Sprache geschrieben, das habe ihr „einen gewissen Schutz“ gegeben, wie sie erklärte.

„Erzählungen der anderen“

„Ich erzähle die Erzählungen der anderen“, so beschreibt Haderlap, die von Daniela Strigl für den Lesewettbewerb nominiert wurde, ihre Art zu schreiben. Den Stoff für ihren Roman habe sie jahrelang mit sich herumgetragen, bis die Zeit reif gewesen sei, den Text zu schreiben. „Auch weil es um eine Sache ging, die wachsen musste und wozu ich in Ruhe recherchieren musste. Das Schreiben war eine große Anstrengung.“

Eine Welt mit zwei Sprachen

Die Autorin, die ihre Lyrik in ihrer slowenischen Muttersprache verfasst, wehrt sich dagegen, in „zwei Welten“ verortet zu werden, weil sie zweisprachig ist. Sie lebe in einer Welt mit zwei Sprachen, betonte sie. Haderlap wurde 1961 in der Südkärntner Gemeinde Bad Eisenkappel/Zelesna kapla geboren. Sie studierte Theaterwissenschaften und Deutsche Philologie an der Universität Wien, danach arbeitete sie als Dramaturgie- und Produktionsassistentin in Triest und in Ljubljana.

Jahrelanges Gespann mit Pflegerl

Seit 1989 hat sie immer wieder Lehraufträge an der Universität Klagenfurt, sie gab die slowenische Literaturzeitschrift „mladje“ (Jugend, Anm.) heraus (von 1989 - 1992). Im Jahr 1992 holte sie Intendant Dietmar Pflegerl als Chefdramaturgin ans Stadttheater Klagenfurt, sie blieb 15 Jahre, die gesamte Ära Pflegerl. Haderlap hatte, wie Insider betonen, wesentlichen Anteil am Erfolg des Theaters unter Pflegerl, als sie nach dessen Tod aus dem Theaterbetrieb ausstieg, hatte sie „endlich Zeit zu schreiben“.

Schwere Themen leicht erzählt

Ihr Textauszug „Im Kessel“ ist geprägt von einem ruhigen Erzählfluss, der mit enorm poetischen, immer präzisen Bildern eine Welt beschwört, die uns lange vergangen scheint und doch in Südkärnten immer noch so gegenwärtig ist. Sie hat in ihren Roman eine ganze Reihe großer Themen hineingepackt, das Ganze aber mit einer gewissen Leichtigkeit, so dass weder der Zweite Weltkrieg noch die Nazi-Zeit, die Verfolgungen der Kärntner Slowenen durch die Gestapo den Leser zu erschlagen drohen. Dabei werden die Dinge aber nicht kleingeredet oder verharmlost.

„Engel des Vergessens“ ist Haderlaps erste Prosaarbeit. Das Buch erscheint im Wallstein-Verlag und kommt am Montag in den Buchhandel.

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