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Rennen um asiatischen Wachstumsmarkt

Der europäische Flugzeugbauer Airbus bleibt mit seinen neuen verbrauchsarmen A320-Mittelstreckenjets (A320neo) auf Erfolgskurs. Auch am vierten Tag der Luft- und Raumfahrtmesse in Le Bourget hielt die Auftragslawine an. Der Konzern erhielt den zahlenmäßig größten Auftrag seiner Geschichte: Die malaysische Luftfahrtgesellschaft AirAsia bestellte die Rekordmenge von 200 Mittelstreckenflugzeugen vom Typ A320neo.

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Das sei „die größte Bestellung aller Zeiten, was die Anzahl von Flugzeugen angeht“, sagte Airbus-Chef Thomas Enders. Der Katalogpreis für die 200 Maschinen liegt bei 18,2 Mrd. Dollar (12,6 Milliarden Euro). Vom Wert her ist es der drittgrößte Auftrag, den der europäische Hersteller je an Land zog. „Die neo hat nicht nur bessere Triebwerke, sondern wurde in vielen Punkten verbessert“, sagte AirAsia-Chef und Formel-1-Manager Tony Fernandes bei der Vertragsunterzeichnung.

A320neo als Verkaufsschlager

AirAsia übertrifft mit der Bestellung die indische Billigfluggesellschaft IndiGo, die tags zuvor 180 Flugzeuge bei Airbus bestellt hatte, davon allein 150 Maschinen vom Typ A320neo. Die A320neo braucht etwa 15 Prozent weniger Treibstoff als die gängigen Modelle und kommt in vier Jahren auf den Markt. Bei der diesjährigen Luftfahrtmesse in Le Bourget entwickelt sie sich zum Verkaufsschlager. Mittelstreckenflugzeuge haben den größten Anteil auf dem Flugzeugmarkt und werden dem Airbus-Konkurrenten Boeing aus den USA zufolge in den kommenden zwanzig Jahren fast die Hälfte des Absatzes ausmachen.

Die indische Billigfluglinie GoAir gab ebenfalls eine Bestellung für die A320neo auf: Die Gesellschaft orderte 72 Maschinen, die laut Katalogpreis 6,6 Milliarden Dollar kosten. Nirgendwo sonst auf der Welt wachse der Luftverkehr derart rasant wie in Indien, betonte Airbus-Vertriebsleiter John Leahy. Der Konzernchef von GoAir, Giorgio De Roni, sagte, tagtäglich nähmen in Indien mehr als sieben Millionen Menschen den Zug - die Luftfahrt habe daher ein riesiges Wachstumspotenzial. Das Rennen zwischen Airbus und Boeing konzentriert sich zunehmend auf das wachstumsstarke Asien. Die Erholung der Branche ruft aber auch neue Rivalen auf den Plan aus Russland und China.

Airbus jubelt über „beste Messe“

Airbus steckt sich für seinen A320neo hohe Ziele: Bis Ende der Woche könnten 1.000 Maschinen des spritsparenden Verkaufsschlagers verkauft werden, kündigte Leahy am Mittwoch an. Bis Donnerstagmittag stiegen die Verkaufszahlen bereits auf über 660. Enders selbst gestand ein, die Nachfrage nach dem Spritsparer „deutlich unterschätzt“ zu haben.

Insgesamt konnte das Unternehmen dank der Flut von Bestellungen für den A320neo Bestellungen und Vorverträge für 730 Flugzeuge mit einem Listenpreis-Wert von 72,2 Mrd. US-Dollar (50,1 Mrd. Euro) einsammeln. „Gemessen an der Zahl der bestellten Maschinen ist das die beste Messe, die es je für einen Flugzeugbauer gegeben hat“, sagte Enders am Donnerstag. Auf die explodierende Nachfrage nach den Mittelstreckenjets reagierte das Unternehmen schon mit dem Bau neuer Produktionslinien. Ab Herbst 2012 sollen monatlich 42 Maschinen der A320-Familie die Werkshallen verlassen. Derzeit werden je Monat nur 36 Maschinen fertig.

Konkurrent Boeing hinkt hinterher

Auch Konkurrent Boeing fährt die Produktion der 737 von 31,5 auf 42 Maschinen pro Monat hoch, um die Auftragsberge der vergangenen Monate und Jahre abzutragen. Der US-Konzern blieb seit dem Messeauftakt am Montag mit 141 Flugzeugbestellungen im Wert von 22,4 Milliarden Dollar jedoch weit hinter dem europäischen Mitbewerber zurück. Dem Hersteller winkt für seinen Mittelstreckenflieger 737 immerhin ein Milliardenauftrag aus Russland. Die Fluggesellschaft UTair will 40 Exemplare des langjährigen Kassenschlagers kaufen - im Wert von 3,3 Milliarden US-Dollar. Am Vortag hatte Boeing unter anderem auch zwei Exemplare des neuen Jumbo-Frachters 747-8 an den Mann gebracht.

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