Bis zu 70 Prozent des Verlusts
Die EU-Kommission will zur Entschädigung der Gemüsebauern für Verluste durch die EHEC-Krise einen höheren Betrag als ursprünglich geplant bereitstellen. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos schlug am Mittwoch in Brüssel vor, insgesamt 210 Millionen Euro auszuzahlen. Nach seinem ersten Vorschlag waren es 150 Millionen.
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Doch neun EU-Staaten, darunter auch Deutschland, hatten mehr Mittel gefordert. Wegen des Verdachts, dass Tomaten, Gurken und Salat die Ursache der lebensgefährlichen Darminfektion sein könnten, ist der Konsum dieser Produkte eingebrochen. Auch nach anderem Gemüse ging die Nachfrage stark zurück. Die EU will deshalb auch die Produzenten von Zucchini und Paprika für Umsatzeinbußen entschädigen.
Die Bauern können nach dem Vorschlag, dem die EU-Staaten noch zustimmen müssen, mindestens 50 Prozent der von Ende Mai bis Ende Juni anfallenden Umsatzeinbußen ausgeglichen bekommen. Landwirte, die Produktionsgenossenschaften angehören, bekommen von diesen zusätzliche Ausgleichszahlungen, so dass sie Ciolos zufolge bis zu 70 Prozent des Verlustes abdecken können. Berechnungsbasis ist ein Referenzpreis für Juni.
Spanische Bauern verschenken Gemüse
Erstmals seit Tagen konnten sich Spaniens Agrarproduzenten am Mittwoch über mangelnden Absatz nicht beklagen: Um auf ihre von der EHEC-Krise verursachten Verluste aufmerksam zu machen, verschenkten sie im Zentrum von Madrid 40.000 Kilogramm Obst und Gemüse.
Mit durchschlagendem Erfolg: Schon nach kurzer Zeit waren ihre mit Gurken, Tomaten, Salatköpfen, Melonen und Nektarinen dekorierten Stände umringt, und es bildete sich eine rund hundert Meter lange Warteschlange. Spruchbänder auf Spanisch, Deutsch und Englisch versicherten derweil, dass die spanischen Produkte „gesund, sicher und schmackhaft“ seien.
„Alles ist sehr gut“
„Ich hab ein wenig von allem genommen, Gurken, Tomaten, Früchte ... alles ist sehr gut“, sagte Camila Alonso, die mit drei Taschen voller Obst und Gemüse beladen war. Carmen schwänzte sogar ihre Arbeit, um sich zu versorgen: „Ich teile mit meinen Kollegen“, versicherte sie vorsorglich. Miguel Lopez, Generalsekretär des Bauernverbands, zeigte sich mit dem Echo auf die Aktion zufrieden.
„Das ist ein weiterer Appell an die spanischen Verbraucher und die internationale Gemeinschaft“, sagte er. Nach seinen Angaben mussten die Agrarproduzenten seit Beginn der EHEC-Krise in Spanien rund 350 Millionen Euro Verluste hinnehmen. Die Hamburger Gesundheitsbehörden hatten zunächst spanische Gurken als Quelle für die EHEC-Epidemie in Deutschland genannt, das später aber zurückgenommen.
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