Tribunal mit 1.100 Mitarbeitern
Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag ahndet Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Er ist zuständig für Verbrechen während der Kriege auf dem Gebiet des einstigen Jugoslawien zwischen 1991 und 1999.
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Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen schuf das Sondertribunal 1993 durch die Resolution 827. Gerichtspräsident ist Patrick Lipton Robinson aus Jamaika, Chefankläger der Belgier Serge Brammertz. Das Tribunal hat mehr als 1.100 Mitarbeiter.
Basis für die Verfahren vor dem ICTY (International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia) sind internationale Rechtsquellen wie die Haager Kriegsrechtskonvention (1907), die Völkermordkonvention (1948) und die Genfer Konvention zum Schutz von Kriegsopfern (1949).
Über 160 Anklagen
Bisher hat das Tribunal mehr als 160 mutmaßliche Täter wegen schwerer Verbrechen in den Balkankriegen angeklagt. Darunter war der jugoslawische Ex-Präsident Slobodan Milosevic, der 2006 vor dem Ende seines Prozesses im Gefängnis starb. Mehr als 60 Angeklagte wurden verurteilt, rund 40 Verfahren laufen noch - darunter das gegen den politischen Serbenführer Radovan Karadzic. Die Höchststrafe des Gerichts ist lebenslange Haft.
16 ständige Richter
Zu den 16 ständigen Richtern des Kriegsverbrechertribunals können für begrenzte Zeit weitere hinzugezogen werden. Die von der UNO-Vollversammlung gewählten Richter arbeiten in drei Strafkammern (erste Instanz) und einer Berufungskammer (zweite Instanz).
Das Völkermordverfahren gegen den serbischen Ex-General Ratko Mladic wird der Niederländer Alphons Orie leiten. Zu dem dreiköpfigen Richtergremium gehört noch der Deutsche Christoph Flügge und der Südafrikaner Bakone Moloto.
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