Themenüberblick

Anwalt und Journalistin ermordet

Wegen des Mordes an dem russischen Menschenrechtsanwalt Stanislaw Markelow und der Journalistin Anastassija Baburowa Anfang 2009 ist ein Rechtsextremist Anfang Mai zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Seine Komplizin muss wegen Beihilfe für 18 Jahre ins Straflager, wie ein Gericht in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax entschied. Die Bluttat hatte weltweit für Entsetzen gesorgt.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Markelow und Baburowa waren auf offener Straße im Zentrum der russischen Hauptstadt erschossen worden. Sie hatten unter anderem für die regierungskritische Zeitung „Nowaja Gaseta“ gearbeitet, für die auch die 2006 ermordete Journalistin Anna Politkowskaja geschrieben hatte.

Anwalt kämpfte gegen Rechtsextremismus

Markelow hatte sich sowohl gegen Rechtsextremismus als auch für die Einhaltung der Menschenrechte in der Konfliktregion Nordkaukasus eingesetzt. Baburowa gilt als Zufallsopfer. Sie hatte den Täter nach den tödlichen Schüssen verfolgt. Die Verurteilten Nikita Tichonow (30) und Jewgenija Chassis (25), die im Gefängnis geheiratet hatten, waren führende Mitglieder einer nationalistischen Gruppe. Sie bestritten wiederholt ihre Schuld und kündigten an, das Urteil anzufechten, notfalls vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg.

„Zufrieden mit Urteil“

„Ich bin zufrieden mit dem Urteil“, sagte Michail Markelow. „Ich zweifele nicht daran, dass sie meinen Bruder und Baburowa getötet haben.“ Die Menschenrechtlerin Ljudmila Alexejewa sprach von einer verdienten Strafe. „Es war vorsätzlicher Mord, es war ein politisch motivierter Mord“, sagte sie. Hingegen äußerte sich der Chefredakteur der „Nowaja Gaseta“, Dimitri Muratow, abwartend. „Solange das Urteil nicht rechtskräftig ist, spüre ich keine Freude“, sagte Muratow.

Links: