Razzia bei Telekom-Austria-Tochter Mass Response
Eine Tochterfirma der Telekom Austria (TA), die sich auf Sprachdialogsysteme für Fernsehsendungen spezialisiert hat, steht im Mittelpunkt von Betrugsvorwürfen. Letzte Woche fand in den Büros von Mass Response eine Razzia statt, bei der die Staatsanwaltschaft Wien, Kriminalpolizisten und zwei Gutachter auch Unterlagen beschlagnahmt hätten, berichtete „Der Standard“ (Mittwoch-Ausgabe).
Die Firma produzierte bis 2009 für „Call-in“-TV-Shows, bei denen sich Zuschauer in eine laufende Show hineinwählen. Der Verdacht der Staatsanwaltschaft richtete sich laut Bericht gegen die zwei Ex-Geschäftsführer des Unternehmens, gegen die wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug ermittelt wird. Die beiden Beschuldigten weisen das zurück. Die Leute fühlten sich „halt betrogen, wenn sie nichts gewinnen“, erklärte einer der Beschuldigten.
TA will Firma wieder verkaufen
Nach mehreren Anzeigen geht die Behörde dem Verdacht nach, dass bei Fernsehshows auf einem Schweizer Kanal getrickst worden sei - die Gewinner sollen von vornherein festgestanden sein und hätten ihre Gewinne wieder zurückgezahlt. Eine Hausdurchsuchung wurde laut dem Bericht auch bei der kleinen Firma Marx Media Vienna durchgeführt, die mit Mass Response zusammengearbeitet hat.
TA-Sprecherin Elisabeth Mattes bestätigte den Bericht über die Hausdurchsuchungen dem Grunde nach. Man kooperiere mit den Behörden. Die TA will das 2007 erworbene Unternehmen aktuell wieder verkaufen. Das Management des defizitären Unternehmens wurde bereits im Frühjahr abgelöst. Potenzieller Käufer soll der größte Kunde, der Kölner TV-Dienstleister Digame Mobile, sein.