Malick erschien nicht zur Preisvergabe
Die Goldene Palme des Filmfestivals in Cannes geht in diesem Jahr an den US-amerikanischen Regisseur Terrence Malick für sein Werk „The Tree of Life“. Das gab die Jury am Sonntagabend zum Abschluss der 64. Festspiele in der französischen Stadt bekannt. Siegerfilm des wichtigsten Festivals der Welt ist ein philosophisches Drama über die menschliche Existenz und die Natur.
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Das anspruchsvolle Werk ist der fünfte Film des Regisseurs, der bei den Filmfestspielen in Cannes 1979 für „In der Glut des Südens“ bereits den Preis für die beste Regie gewann. Zur feierlichen Preisvergabe am Sonntagabend kam Malick allerdings nicht an den Prachtboulevard Croisette - er gilt als äußerst scheu und wurde bisher nur selten in der Öffentlichkeit gesehen.

Reuters/Yves Herman
Die Produzenten von „The Tree of Life“, Dede Gardner und Bill Pohlad, nehmen die Auszeichnung unter dem Applaus von Jane Fonda entgegen.
Der Grand Prix der Jury ging zu gleichen Teilen an den Türken Nuri Bilge Ceylan für „Once Upon a Time in Anatolia“ und an die belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne für „The Kid with a Bike“.
Nicolas Winding Refn erhält Regiepreis
Die Amerikanerin Kirsten Dunst nahm den Preis als beste Darstellerin entgegen. Sie spielt die Hauptrolle in dem Drama „Melancholia“ des vom Festival ausgeschlossenen dänischen Regisseurs Lars von Trier. Von Triers dänischer Kollege Nicolas Winding Refn wurde für „Drive“ als bester Regisseur ausgezeichnet. Bester männlicher Hauptdarsteller wurde der Franzose Jean Dujardin für die französische Produktion „The Artist“.

APA/EPA/Ian Langsdon
Jury-Präsident Robert De Niro mit den beiden besten Darstellern Kirsten Dunst und Jean Dujardin
Der Jury-Preis ging an den französischen Film „Polisse“, den Drehbuch-Preis gab es für „Footnote“ aus Israel.
Schleinzers „Michael“ geht leer aus
Keinen Preis erhielt der Österreicher Markus Schleinzer. Sein Debütfilm „Michael“ über einen pädophilen Mann, der einen Zehnjährigen über lange Zeit in seinem Keller gefangen hält, hatte zwar Chancen auf die Goldene Palme sowie den Regie-, Drehbuch- und Darstellerpreis, ging aber letztlich leer aus.
Einen österreichischen Erfolg gab es jedoch am Freitagabend zu verbuchen: Neo-Regisseur Karl Markovics wurde für seinen Debütfilm „Atmen“ in der renommierten Cannes-Nebenreihe „Quinzaine des Realisateurs“ mit dem Preis „Label Europa Cinema“ ausgezeichnet. Der bei den Festivals Cannes, Venedig, Berlin und Karlsbad vergebene Preis unterstützt Kinobetreiber, die den Film über längere Zeit im Programm führen.
20 Beiträge im Rennen
Um die Goldene Palme wetteiferten seit dem 11. Mai 20 Beiträge. Den Auftakt machte der Woody-Allen-Film „Midnight in Paris“, in dem die französische Präsidentengattin Carla Bruni-Sarkozy eine kleine Nebenrolle hat. Der deutsche Filmemacher Andreas Dresen war bereits am Samstag für sein Krebsdrama „Halt auf freier Strecke“ mit dem Hauptpreis der renommierten Nebenreihe „Un certain regard“ geehrt worden. Im vergangenen Jahr hatte der thailändische Film „Onkel Boonmee“ die Goldene Palme gewonnen.
Zum 64. Filmfest waren mehr Prominente an die Croisette gekommen als in den Jahren zuvor, darunter Angelina Jolie, Brad Pitt und Antonio Banderas.
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