Markovics: „Hollywood für Arme“
Der österreichische Beitrag in der Reihe „Quinzaine des Realisateurs“, Karl Markovics’ Regiedebüt „Atmen“, ist bei den 64. Filmfestspielen von Cannes auf Begeisterung gestoßen. Bei der Fragerunde nach der ersten Vorführung am Donnerstag konstatierte der künstlerische Leiter der Quinzaine, Frederic Boyer, dass er den Film für „einen der stärksten Filme in diesem Jahr in Cannes“ halte.
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Markovics selbst hat sich im APA-Gespräch über die ersten Reaktionen „unheimlich gefreut“. Es habe sich bestätigt, was er immer wollte und wohin er lange gebraucht habe, so der Regisseur, „nämlich dass es nichts Schöneres gibt, als etwas Eigenes zu schaffen und in die Welt zu stellen - und das dann hier ist“.
Lob für Bildersprache und Darsteller
Viel Lob fanden vor allem die Bildsprache und die Konstruktion des Films, auch die Darsteller Thomas Schubert und Karin Lischka - als die 19-jährige Hauptfigur Roman und dessen Mutter - wurden mit Lorbeeren bedacht. Für Schubert war es gar der erste Film, aber nicht die erste Schauspielerfahrung, wie er schmunzelnd erzählte.
Diese habe er mit seinem Bruder gesammelt: „Wir haben versucht, ein Remake von ‚Batman‘ zu machen - ich war dabei aber immer Robin.“ In „Atmen“ spielt er nicht den Sidekick, sondern steht in der ersten Reihe und macht seine Arbeit hervorragend, auch wenn etwa die wichtigen Szenen im Schwimmbecken „mehr Sport als gespielt waren“.
Prägende Zusammenarbeit mit Kameramann
Markovics gab zu, dass der Film ursprünglich den Namen „Roman“ als Titel tragen sollte. Heute sei er aber froh, dass aus Österreich nicht ausgerechnet die Filme „Roman“ und „Michael“ beim Festival in Cannes laufen. Als eine der prägenden Erfahrungen schilderte er die Zusammenarbeit mit Kameramann Martin Gschlacht, dessen reduzierte Einstellungen dem Film einmal mehr ihren Stempel aufdrücken.
„Ich wusste, für diesen Film, der im Außenseitermilieu spielt, will ich Scope-Format, will ich gute Kontraste, will ich satte Farben haben“, sagte der Regisseur. „Ich wollte diesen Leuten, denen so viel vorenthalten wurde im Leben, zumindest einen schönen Rahmen geben. Ich wollte, und das ist nicht ironisch gemeint, Hollywood für Arme, und zwar buchstäblich.“
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