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Frau will nicht in den USA aussagen

Dem zurückgetretenen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn bleibt eine weitere Klage wegen versuchter Vergewaltigung in seiner Heimat erspart. Eine Französin, die in den vergangenen Tagen über ihren Anwalt ankündigte, gerichtlich gegen den ehemaligen Wirtschafts- und Finanzminister vorzugehen, änderte nun ihre Meinung.

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Die Journalistin wolle auf keinen Fall von der amerikanischen Justiz instrumentalisiert werden, sagte ihr Anwalt David Koubbi am Freitag dem Sender BFM TV. Eine endgültige Entscheidung über eine Anzeige wegen versuchter Vergewaltigung im Jahr 2002 werde „zu einem späteren Zeitpunkt“ erfolgen, so der Anwalt.

Mutter mit engen Bindungen zu Strauss-Kahn

Die 31-Jährige wirft Strauss-Kahn vor, sie vor neun Jahren während eines Interviews angegriffen zu haben. Sie berichtete darüber später in einer Fernsehshow, bei der allerdings der Name Strauss-Kahns von einem Piepton unkenntlich gemacht wurde. Mit Strauss-Kahns Festnahme vor knapp einer Woche in den USA war der Fall wieder in die Öffentlichkeit gerückt.

Nun zeigte sich ihre Mutter in einem Interview zerknirscht, dass sie ihre Tochter damals von einer Klage gegen Strauss-Kahn abgehalten habe. Die Mutter ist Abgeordnete der Sozialistischen Partei (PS), für die Strauss-Kahn bereits 2007 im Präsidentschaftswahlkampf antreten wollte. Die Frau ist nach französischen Medienberichten zudem Patenkind von Strauss-Kahns zweiter Ehefrau und war damals gut mit Strauss-Kahns Tochter Camille befreundet.

Anwalt attackiert US-Justizsystem

Koubbi hatte am Montag erklärt, nun mit der Frau eine Klage vorzubereiten. Er wies nun in dem TV-Interview jede Verbindung von Banons Fall mit den Vorfällen vom vergangenen Wochenende in New York zurück. Die Fälle dürften nicht miteinander verbunden werden und weder er noch Banon seien bereit, „sich von der US-Justiz instrumentalisieren“ zu lassen.

„Wir werden uns nicht an einer medialen Verurteilung von Dominique Strauss-Kahn beteiligen“, sagte Koubbi. Dem US-amerikanischen Recht sei „die Unschuldsvermutung fremd“. Strauss-Kahn soll am vergangenen Samstag versucht haben, ein Zimmermädchen in einem New Yorker Hotel zu vergewaltigen. Am Donnerstag wurde er in den USA formell angeklagt.

Anzeige hätte kaum Chancen gehabt

Laut Koubbis Aussagen wird seine Mandantin auch jegliche Aussage bei dem Verfahren in den USA verweigern. Die Anzeige in Frankreich wiederum hätte wohl kaum in ein Verfahren gemündet. Auch die 31-jährige Frau schildert Strauss-Kahns Übergriffe als sexuelle Belästigung. Eine Anzeige deshalb muss nach französischem Recht längstens drei Jahre nach dem Vorfall geschehen.

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