Rasche Aufklärung gefordert
In Pakistan gerät der mächtige Geheimdienst unter Druck. Die Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden durch US-Soldaten Anfang Mai schlägt nun auch innenpolitisch hohe Wellen.
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Oppositionsführer Nawaz Sharif warf den pakistanischen Sicherheitsorganen grobe Nachlässigkeit und Inkompetenz vor. Dass diese von der US-Kommandoaktion auf pakistanischem Gebiet offenbar nichts gewusst hätten, gebe Anlass zu großer Sorge, sagte Sharif am Mittwoch in Islamabad.
Zudem sei zu klären, wie der weltweit meistgesuchte Mann sich auf einem Gelände verstecken konnte, das weniger als einen Kilometer von der wichtigsten Militärakademie des Landes entfernt lag. Der Vorfall habe das internationale Ansehen Pakistans beschädigt. Der Chef der größten pakistanischen Oppositionspartei kritisierte zugleich die Entscheidung der Regierung, die Untersuchung der Versäumnisse des Geheimdienstes von einem Armeegeneral leiten zu lassen. Vielmehr müsse eine Justizkommission die Aufgabe übernehmen.
Musharraf: Hilfe für Bin Laden?
Der frühere pakistanische Präsident Pervez Musharraf äußerte die Vermutung, dass womöglich kriminelle Geheimdienstler aus unteren Führungsebenen Bin Laden auf eigene Faust dabei geholfen hätten, sich über Jahre unweit der Hauptstadt Islamabad zu verstecken. „Es ist wirklich schrecklich, dass er dort war und niemand es wusste“, sagte Musharraf, der in London im Exil lebt, dem Sender ABC News.
Der rivalisierende Nachbar Indien beschuldigte erstmals offen pakistanische Armeeoffiziere, in militante Aktionen verwickelt gewesen zu sein. Die fünf Betroffenen befinden sich auf der Liste der 50 meistgesuchten Kriminellen, die die Regierung in Neu-Delhi an Pakistan aushändigte. Der pakistanische Geheimdienst ISI hatte in der Vergangenheit immer wieder Kontakte zu militanten islamistischen Gruppen.
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