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Senator von Aufnahmen schockiert

Seit ausgewählte US-Politiker die Fotos des getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden sehen dürfen, geraten immer mehr schaurige Details an die Öffentlichkeit. „Ziemlich grausam“ seien die Aufnahmen, sagte Senator James Inhofe nach Betrachtung der Bilder dem US-Fernsehsender CNN in der Nacht auf Donnerstag.

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Der Republikaner beschrieb etwa, wie Gehirnmasse aus den Augenhöhlen des Terroristenchefs drang. Er habe insgesamt 15 Fotos des Leichnams gesehen, von denen zwölf offenbar kurz nach dem Blitzeinsatz des US-Spezialkommandos auf Bin Ladens Anwesen im pakistanischen Abbottabad aufgenommen wurden.

Drei wurden auf dem US-Flugzeugträger gemacht, von dem aus Bin Laden im Meer bestattet wurde. Die Bilder zeigten eindeutig, dass es sich bei dem Toten um den Anführer des Terrornetzwerke Al-Kaida handle. „Das war er. Er ist weg, er ist Geschichte“, sagte Inhofe.

Die Fotodebatte

US-Präsident Barack Obama sprach sich gegen die Veröffentlichung der Aufnahmen aus, gewährt aber Kongressmitgliedern mit Funktionen in Geheimdienst- und Verteidigungsausschüssen Zugang. Im Laufe der Woche sollen weitere Politiker die Bilder sehen dürfen. Allerdings müssen sie sich dafür in das Hauptquartier des Geheimdienstes CIA in Langley begeben.

Bin Ladens Notizbuch

Unterdessen heißt es aus Kreisen des Militärs, dass ein sichergestelltes Notizbuch Bin Ladens Pläne für neuerliche Anschläge in den USA enthält. In dem Heft nennt Bin Laden mögliche Termine für neue Terrorattacken: darunter der 11. September, der Weihnachtstag, der Neujahrstag sowie der Tag, an dem US-Obama seine nächste Rede zur Lage der Nation hält. Vom Jahrestag der 9/11-Anschläge als Datum geplanter neuer Attentate war bereits zuvor die Rede gewesen - das bestätigte sich nun offenbar.

Das handschriftliche Notizbuch vom Februar 2010 zeige überdies, dass Bin Laden regelmäßig mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida in Kontakt gestanden sei und weiterhin Befehle erteilt habe, berichtete die „New York Times“ vergangene Woche in Berufung auf US-Geheimdienstquellen. „Er war nicht nur eine symbolische Figur“, zitierte die renommierte US-Zeitung einen hochrangigen US-Offiziellen, der mit dem Inhalt vertraut sein soll. „Er hat weiter geplant, sich Gedanken über Anschlagsziele gemacht und diese Ideen anderen hochrangigen Al-Kaida-Anführern übermittelt.“ Als Ziele für neuerliche Attacken wird unter anderem eine Eisenbahnbrücke in den USA genannt.

Bin Laden war weiter Al-Kaida-Chef

Aus den Daten will Washington keine Pläne für konkrete Anschläge gewonnen haben. Man habe jedoch in den USA und Partnerstaaten die Sicherheitsvorkehrungen angepasst. Noch sei das Material nicht vollständig analysiert worden, weshalb sich die US-Geheimdienste weitere Hinweise erhofften. Bisher lege die Analyse des Materials durch die Nachrichtendienste jedoch den Schluss nahe, dass Bin Ladens Versteck in Abbottabad als Kommandoposten für Al-Kaida diente und Bin Laden noch voll in die Aktivität der Organisation eingebunden gewesen sei, so US-Regierungskreise.

US-amerikanische Streitkräfte hatten den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 nach eigenen Angaben Anfang Mai in einem Versteck nördlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad aufgespürt und erschossen. Bisher wurde der Öffentlichkeit kein Beleg dafür vorgelegt. Der republikanische US-Senator James Inhofe sagte nun in Washington, er habe Fotos des getöteten Bin Laden gesehen. Es bestünden keine Zweifel daran, dass es sich um den Al-Kaida-Chef handle. Inhofe sitzt im Streitkräfteausschuss des Senats. US-Präsident Barack Obama hatte sich laut Berichten gegen die Veröffentlichung der Fotos entschieden, um dessen Anhänger nicht zu weiterer Gewalt zu motivieren.

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