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Politische Querelen kurzfristig vergessen

Die Tötung des Terrorpaten Osama bin Laden hat dem wegen der Schuldendebatte politisch angeschlagenen US-Präsidenten Barack Obama wieder Auftrieb gegeben. Mit der Nachricht des Todes Bin Ladens wurde das Land geeint wie noch nie unter der Regierung Obama. Vergessen sind offenbar die politischen Probleme und Querelen der letzten Zeit mit den oppositionellen Republikanern.

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Selbst diese streuten dem Demokraten Obama für die Kommandoaktion Rosen. Eine nationale Wunde sei geheilt, so ein Kommentator. Das durch die Anschläge vom 11. September angeknackste Selbstvertrauen der USA sei wiederhergestellt. Obama selbst wollte sich in seiner Verkündigung der Nachricht offenbar nicht als „strahlender Sieger“ oder „Sheriff der Nation“ inszenieren. Mit ernster Miene wandte er sich in seiner Rede an die Nation. Obama setzte dabei in seinem unterkühlten Mienenspiel weder auf Freude noch auf Genugtuung. Doch es war für Obama die Stunde des Triumphs.

Rückenwind für Präsidentschaftswahl

Sofort nach der Bekanntgabe versammelten sich Tausende vor dem Weißen Haus und Hunderttausende in den ganzen USA, um zu feiern. Obama, der angesichts von schwächelnder Wirtschaft, hoher Arbeitslosigkeit und enormer Staatsverschuldung viel von seiner Popularität eingebüßt hatte, kann nun mit Rückenwind in den Wahlkampf 2012 gehen. Einige US-Kommentatoren wagten sich gar mit der Aussage vor, dass sich Obama mit dem Tod des Terrorchefs bereits den Sieg bei der nächsten Präsidentschaftswahl gesichert habe.

Laut Obama ist mit dem Tod Bin Ladens eine große Bedrohung der globalen Sicherheit verschwunden. „Die Welt ist durch den Tod von Osama bin Laden sicherer geworden und eine besserer Ort“, sagte der US-Präsident am Montag. „Heute ist ein guter Tag für Amerika.“

Menschenmassen jubeln vor dem Weißen Haus

AP/Charles Dharapak

Eine jubelnde Menge versammelte sich vor dem Weißen Haus.

„Ein zerrissenes Land geeint“

„Die Entwicklung markiert mit Sicherheit einen der entscheidendsten Momente seiner Präsidentschaft“, schrieb die „New York Times“. „Sie erlaubt es Obama, den größten Sieg des Jahrzehnts auf dem Gebiet der nationalen Sicherheit für sich zu verbuchen“ - ein Sieg, der seinem Vorgänger George W. Bush verwehrt blieb.

Mit der Erfolgsmeldung konnte der Präsident den Menschen etwas von der Last nehmen, die seit den Anschlägen des 11. September 2001 auf der Seele der US-Bevölkerung gelegen war. „Ein zerrissenes Land ist geeint“, so ein Kommentator der „Washington Post“. Der Präsident habe gezeigt, dass er mit seiner Art der Terrorbekämpfung auf Erfolgskurs liege.

Popularitätsschub in Bevölkerung

Der Tod von Bin Laden brachte Obama einen deutlichen Popularitätsschub. 56 Prozent der Amerikaner sind mit Obamas Leistung im Amt einverstanden - um neun Prozent mehr als im April, wie eine von „Washington Post“ und dem Pew-Meinungsforschungsinstitut veröffentlichte Umfrage zeigt. Keine besseren Noten erhält der US-Präsident aber, wenn es um seinen Wirtschaftskurs geht.

Gratulation von Bush und Clinton

Auch seine zwei Vorgänger gratulierten Obama. Der damalige US-Präsident Bush hatte sich nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 jahrelang vergeblich bemüht, Bin Laden aufzuspüren. Bush bezeichnete den Tod des Terrorführers in einer ersten Reaktion als „bedeutende Errungenschaft“ und „Sieg für Amerika“. Die USA hätten damit eine unmissverständliche Botschaft ausgesandt: „Ganz gleich, wie lange es dauert, der Gerechtigkeit wird Genüge getan.“

Auch Ex-Präsident Bill Clinton gratulierte Obama und dessen Regierung, „dass sie Osama bin Laden nach über einem Jahrzehnt mörderischer Al-Kaida-Attacken zur Rechenschaft gezogen haben“. Clinton wird vorgeworfen, Ende der 1990er Jahre eine Gelegenheit zur Tötung Bin Ladens ausgelassen zu haben.

Obama machte Linie klar

„Tot oder lebendig“ wollte Bush den Terrorchef. Aber er konzentrierte sich hauptsächlich - oder, wie seine Kritiker sagen, stattdessen - auf den irakischen Diktator Saddam Hussein. Obama hingegen machte von vornherein klar: Sein Krieg findet am Hindukusch statt, und zwar mit Hilfe des pakistanischen Geheimdienstes.

Führende Republikaner wie Ex-Vizepräsident Richard Cheney stuften den unerfahrenen Oberbefehlshaber der Armee gar als Sicherheitsrisiko für die USA ein. Die andere Seite, das liberale Lager der Demokraten, prangerte Obama wegen seines gebrochenen Versprechens der Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo für unter Bush festgenommene Terrorverdächtige an.

Doch Friedensnobelpreisträger Obama und seine Mannschaft setzten unbeirrt auf eine Karte: Neben den 20 Milliarden Dollar (13,46 Mrd. Euro), die Washington seit den Anschlägen auf das World Trade Center in das pakistanische Militär gepumpt hat, spielten Geheimdienstoperationen im Grenzgebiet zu Afghanistan in den vergangenen Monaten eine immer größere Rolle.

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