Kein Ende des Flüchtlingsstroms
Hunderte nordafrikanische Flüchtlinge haben am Freitag wieder die italienische Insel Lampedusa erreicht. Vermutlich wegen ruhigerer See gelang nach Angaben der Küstenwache in den vergangenen zwei Tagen 1.300 Flüchtlingen aus Libyen und Tunesien die gefährliche Überfahrt nach Europa.
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Den Angaben zufolge nahmen mindestens noch zwei weitere Boote mit rund 800 Flüchtlingen an Bord Kurs auf Lampedusa. Seit Jahresbeginn trafen auf der Insel mehr als 25.000 Menschen aus Nordafrika ein.
Die Flüchtlingswelle aus Tunesien über das Mittelmeer nach Italien hatte die kleine Felseninsel südlich von Sizilien wieder in den Mittelpunkt des Tagesgeschehens gerückt. Dabei ist die mit nur 20 Quadratkilometern größte der Pelagischen Inseln dank ihrer Nähe zu Afrika nicht zum ersten Mal Anlaufpunkt für Bootsflüchtlinge. Nur 120 Kilometer von der tunesischen Küste entfernt ist Lampedusa für viele Verzweifelte das „Tor nach Europa“.
Auffanglager mit geringen Kapazitäten
Das 4.500 Einwohner zählende Lampedusa verfügt über zwei Flüchtlingslager, die bis vor kurzem geschlossen waren. In der Nähe des Ortes liegt das für rund 800 Insassen taugliche Hauptauffanglager der Insel, „Contrada di Imbriacola“, das zuletzt als „Lager zur Identifikation und Abschiebung“ (CIE) diente. Außerdem wurde die ehemalige Loran-Militärbasis an der Westspitze der Insel vorübergehend als Flüchtlingslager für „empfindliche Kategorien“ wie Frauen, Minderjährige und Familien mit Anrecht auf Asyl benutzt.
Papst ruft zu Solidarität auf
Der Papst begrüßte bei der Generalaudienz am Mittwoch eine Gruppe von Gläubigen aus Lampedusa, die sich in Begleitung ihres Pfarrers Francesco Montenegro auf dem Petersplatz befanden. Der Heilige Vater appellierte an die Bewohner der Insel, sich weiterhin solidarisch mit den nordafrikanischen Migranten zu zeigen, die Lampedusa nach gefährlichen Seeüberfahrten erreichten.
„Ich ermutige euch, eure solidarische Hilfe für unsere Geschwister, die Flüchtlinge, fortzusetzen, die auf eurer Insel eintreffen und ein erstes Asyl finden. Gleichzeitig wünsche ich, dass die zuständigen Institutionen ihre unverzichtbaren Anstrengungen für den Schutz des Gemeinwohls fortsetzen, im Interesse aller Bürger“, erklärte der Papst.
Die Insel Lampedusa
Landschaftlich und architektonisch mutet Lampedusa afrikanisch an. Hohe Bäume gibt es kaum, von vereinzelten Olivenbäumen und Palmen abgesehen. Die Architektur des einzigen Ortes, der ebenfalls Lampedusa heißt, ist bestimmt durch niedrige Bauten mit flachen Dächern.
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