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Tausende aufs Festland gebracht

Die tunesische Übergangsregierung ist bereit, mit Italien über die Rücknahme der Migranten zu verhandeln, die in den vergangenen Wochen die süditalienische Insel Lampedusa überrannt haben. Das verkündete der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi am Montag nach einem Treffen mit der tunesischen Regierung in Tunis.

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„Die Regierung in Tunis hat den Willen, Lösungen zu finden. Auch die Frage der Rücknahme der Migranten wird überprüft. Italien wird seinen Beitrag leisten, indem wir unsere Mittel zur Verfügung stellen werden“, erklärte Berlusconi nach dem Treffen mit seinem tunesischen Amtskollegen Beji Caid Essebsi.

Ein Expertenkomitee des italienischen Innenministeriums arbeite zusammen mit der tunesischen Regierung an einem Abkommen zur Regelung der Migrationsfrage, das am Dienstag von Innenminister Roberto Maroni unterzeichnet werden soll. Berlusconi beschwerte sich, dass wieder Hunderte Migranten in den letzten Tagen in Lampedusa angekommen seien.

Flucht „begreiflich“, aber problematisch

Die Flucht der jungen Tunesier aus dem Land auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen sei zwar „begreiflich“, doch diese Massenauswanderung sorge für Probleme, vor allem auf Lampedusa, sagte Berlusconi. Die italienische Regierung erklärte sich bereit, Tunesien 150 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi mit seinem tunesischen Amtskollegen Beji Caid Essebsi

APA/EPA

Berlusconi mit dem tunesischen Regierungschef Beji Caid Essebsi

20.000 Flüchtlinge, 4.500 Einwohner

Berlusconi hatte vergangene Woche erklärt, die überfüllte italienische Flüchtlingsinsel Lampedusa von Flüchtlingen befreien zu wollen. Die meisten der Flüchtlinge sollen rasch in ihre Heimat zurückgebracht werden. Seit dem Sturz des tunesischen Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali im Jänner landeten etwa 20.000 Tunesier auf der nur etwa 20 Quadratkilometer großen Insel, die selbst nur 4.500 Einwohner zählt.

Rom wirft den tunesischen Behörden vor, nichts gegen die Abfahrt der Flüchtlingsboote aus Tunesien zu unternehmen und sich nicht an die Abkommen zur Rückführung der Migranten zu halten. Die tunesische Seite erklärte dagegen, anlässlich des Besuchs zweier italienischer Minister in Tunesien Ende März seien keine entsprechenden Abkommen unterzeichnet worden.

Flüchtlinge werden aufs Festland verschifft

Erst am Montag erreichten wieder 200 Migranten die süditalienische Insel an Bord von einigen Fischerbooten. Zugleich sinkt die Zahl der Tunesier, die sich noch im Auffanglager der Insel befinden. Ein Schiff mit über 1.300 Migranten verließ am Montag Lampedusa, um die Tunesier aufs Festland zu bringen. Hier sollen sie in Zeltstädten auf Sizilien oder in Apulien untergebracht werden. Auf Lampedusa blieben bisher lediglich 1.000 Migranten. Vergangene Woche waren es noch über 6.000.

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