Über 10.000 Tote, mehr als 17.000 vermisst
Schneefall und Temperaturen um den Gefrierpunkt haben am Samstag die Aufräumarbeiten im japanischen Katastrophengebiet behindert. „Es ist so kalt, dass wir nichts machen können“, sagte ein Überlebender dem Fernsehsender NHK, der zusammen mit seiner Frau in sein beim Erdbeben beschädigtes Haus zurückkehrte.
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Japanische Soldaten und US-Marinesoldaten sind weiterhin dabei, Trümmer und Gebäudeschutt abzutragen, um nach Opfern der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe zu suchen. In einigen Orten unterstützten Freiwillige die Betroffenen, ihre Habe in zerstörten Häusern zu sichern. Der Sender zeigte obdachlos gewordene Menschen, die in Behelfsbauten einzogen, die ihnen von der Stadt zur Verfügung gestellt wurden.

APA/EPA/Dai Kurokawa
Mutter und Tochter warten im Notlager in Minami Sanriku auf medizinische Hilfe.
Besonders schwierig ist es für alte Menschen und Kranke, die darüber klagen, dass sie von Tag zu Tag weniger Energie haben, sich um eine Verbesserung ihrer Lage zu bemühen. Noch immer leben mehr als 240.000 Menschen in Notunterkünften. Es fehlt weiter an Wasser, Heizmaterial, Treibstoff und Medikamenten. Viele haben seit zwei Wochen nicht mehr geduscht.
Inzwischen läuft die Bereitstellung von Behelfsunterkünften für die Opfer der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe an. Die mit am schwersten getroffene Stadt Rikuzentakata in der Provinz Iwate begann als erste Gemeinde am Samstag, Anträge für solche Häuser entgegenzunehmen.
Versorgung im Evakuierungsgebiet knapper
Am Freitag empfahl Regierungssprecher Yukio Edano, die Evakuierungszone rund um das AKW Fukushima I zu räumen. Sie seien zwar sicher vor Strahlung, solange sie in ihren Häusern bleiben. Allerdings drohe die Knappheit von Nahrungsmitteln in diesem Gebiet. Laut einem Behördenvertreter aus der Region Fukushima hätten bereits einige Lkw verweigert, in das Gebiet zu fahren. Wenn sich die Situation länger hinziehe und verschlechtere, werde er nicht leugnen, dass es die Möglichkeit zu verpflichtender Evakuierung gebe, sagte Edano.
Tsunami überrollte 470 Quadratkilometer
Bei dem Erdbeben der Stärke 9,0 vom 11. März und dem dadurch ausgelösten Tsunami kamen nach offiziellen Angaben mindestens 10.102 Menschen ums Leben. Als vermisst gelten noch 17.053 Menschen, so dass die Behörden eine steigende Zahl von Todesopfern erwarten.
Wie der Fernsehsender NHK World berichtete, soll der Tsunami eine Landfläche von rund 470 Quadratkilometern entlang der Küste überflutet haben. Der Sender berief sich dabei auf Angaben der japanischen Geodatenfirma Pasco, die Satellitendaten ausgewertet hatte. Besonders betroffen war die Küste der Präfektur Miyagi (300 Quadratkilometer). Es folgt die Präfektur Fukushima (110 Quadratkilometer betroffen). In der Präfektur Iwate überrollten das Wasser entlang der Küste 50 Quadratkilometer.
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