US-Flugzeugträger brach Einsatz ab
Die internationale Hilfsbereitschaft für Japan ist groß. Mehr als 70 Länder von China über Europa bis zu den USA beteiligen sich am Rettungseinsatz. Österreich hält Experten auf Abruf bereit. Deutschland schickte Experten des Technischen Hilfswerks. Am Montag begannen Rettungsmannschaften aus den USA und China, im Nordosten des Landes nach Vermissten zu suchen.
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Auch mehrere Tonnen Hilfsgüter und Suchhunde wurden geschickt. „Wir werden Japan weitere Hilfe zur Verfügung stellen, wenn das nötig ist“, sagte der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao. Südkorea schickte rund 100 Helfer nach Japan. Der US-Flugzeugträger „Ronald Reagan“, der seit Sonntag mit Hilfsgütern vor der Küste ankerte, musste am Montag den Einsatz beenden. Medienberichten zufolge soll die Crew in einer Wolke, die von einem AKW ausging, kontaminiert worden sein.
US-Hilfsoperation wieder angelaufen
Die US-Marine nahm den Hilfseinsatz ihrer Schiffe vor der japanischen Küste wieder auf. Am Montagabend (Ortszeit) hatte sie die Aktion zunächst wegen einer leichten Verstrahlung von Hubschraubern und Besatzungsmitgliedern ausgesetzt. Der Flugzeugträger „USS Ronald Reagan“ und andere Schiffe der siebenten Flotte drehten daraufhin ab, um nicht mehr Winden aus Richtung des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima I ausgesetzt zu sein. Mittlerweile laufe die Hilfsoperation aber wieder, sagte ein Sprecher der US-Marine.
Seeleute auf den Schiffen waren den Angaben zufolge einer erhöhten Strahlung ausgesetzt, die allerdings geringer als eine Monatsdosis natürlicher Strahlung war. Medienberichte hatten von einer radioaktiven „Wolke“ gesprochen, durch die der Flugzeugträger gefahren sei.
Auch von anderen Helfer kommen erste Meldungen, aus Angst vor einer atomaren Katastrophe ihren Einsatz in Japan zu beenden. Die bayrische Hilfsorganisation humedica etwa zog fünf Helfer - drei Ärzte und zwei Koordinatoren - wieder ab.
Um Aussetzung der Hilfe gebeten
Obwohl Japan am Wochenende um Hilfe angesucht hatte, bat die Regierung am Montag die EU, bis auf weiteres keine Experten, keine Ausrüstung und keine Hilfsteams mehr ins Land zu schicken. Nach Angaben eines Sprechers der EU-Kommission von Montag in Brüssel begründete die Regierung in Tokio das mit der Schwierigkeit, die Helfer in das Katastrophengebiet zu bringen.
Experten der EU-Behörden für Katastrophenhilfe stünden bereit, um mögliche Hilfe in die Wege zu leiten. Sie warteten nun zunächst ab. Nach Angaben der Kommission haben bisher 20 EU-Staaten Material und Personal für Hilfe in Japan zur Verfügung gestellt. Dabei gehe es unter anderem um Wasseraufbereitungsanlagen, Notunterkünfte und Feldlazarette.
Flüssiggas aus Russland
Die russische Regierung teilte etwa mit, dass sich etwa 200 russische Rettungskräfte, Mediziner und Psychologen auf einen Einsatz im Katastrophengebiet vorbereiten. Die Helfer hätten auch ein mobiles Krankenhaus dabei. Zudem schickte Moskau Flüssiggas per Tanker nach Japan.
Nach dem Ausfall mehrerer Atomkraftwerke hatte Japan auch um Hilfe bei Energielieferungen gebeten. Der russische Regierungschef Wladimir Putin versprach, notfalls mit Flüssiggas auszuhelfen. „Japan ist ein freundlicher Nachbar, und trotz einiger Probleme müssen wir gute Partner sein und alles Mögliche dafür tun, die Energieressourcen aufzufüllen“, sagte Putin
Suchtrupps auf dem Weg nach Japan
Ein 60-köpfiges Spezialistenteam mit Such- und Rettungsexperten, Ärzten und Hundestaffeln kommt aus Großbritannien. Die Schweiz schickt ein 25-köpfiges Such- und Abklärungsteam sowie neun Suchhunde. Deutschland entsandte bereits rund 40 Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) sowie eine Hundestaffel nach Japan. Aus Bulgarien werden 20 Feuerwehrleute nach Japan entsendet - Video dazu in iptv.ORF.at.
Auch das Ende Februar von einem Erdbeben der Stärke 6,3 erschütterte Neuseeland kündigte Hilfe an. Japan habe nach dem Beben in Christchurch Rettungsteams geschickt, nun werde sein Land „unseren Freunden in Japan“ helfen, sagte Premierminister John Key. Die Entsendung von Bergungsteams kündigten auch Australien und Singapur an.
Österreich: Fünf Experten „eingemeldet“
Österreich sei bereit, fünf Experten nach Japan zu schicken, die im Erdbebengebiet abklären, welche Hilfsmaßnahmen erforderlich sind, sagte Innenministeriumssprecher Rudolf Gollia. Alle fünf Fachleute hätten internationale Erfahrung in diesem Aufgabenbereich. Kurz nach dem Beben seien zwei Hilfeersuchen eingelangt: eines via EU, das andere über die UNO, wie Gollia sagte. Die fünf Experten seien „eingemeldet“ worden, sagte Gollia. Die Entscheidung, ob sie nach Japan reisen, liege nun bei der EU bzw. UNO.
„Nie da gewesene nationale Katastrophe“
Das Chinesische Rote Kreuz sagte seiner Partnerorganisation in Japan laut staatlichen Medienberichten umgerechnet 109.000 Euro zu. Nach UNO-Angaben standen 60 Helferteams aus mehr als 45 Ländern für einen Einsatz in Japan auf Abruf bereit.
Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan sagte in Tokio, Japan müsse mit einer „nie da gewesenen nationalen Katastrophe“ fertig werden. Die Bevölkerung müsse jetzt Stärke zeigen und Ruhe bewahren. Er hatte die Katastrophe als die „schwersten Krise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs“ bezeichnet. Die britische Queen Elizabeth und der Dalai Lama, der unter Japans Buddhisten viele Anhänger hat, sprachen Japan ihr Mitgefühl aus.
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