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Kampf gegen Eissalon

Lady Gaga geht gegen einen britischen Eissalon vor, der eine neue Eiscreme aus Muttermilch in Anlehnung an den Namen der US-Sängerin „Baby Gaga“ getauft hat.

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Sie habe dem Eissalon bis Mittwoch Zeit gegeben, den Namen der ungewöhnlichen Eissorte so zu ändern, dass er nicht mehr ihrem eigenen Namen ähnle, erklärten die Anwälte der extravaganten Sängerin in einem Schreiben, das der Nachrichtenagentur AFP am Samstag vorlag. Außerdem solle der Eishersteller auch keine sonstigen Kreationen mehr mit ihr in Verbindung bringen.

Wenn diese Forderungen nicht erfüllt würden, behalte sich Lady Gaga vor, die Justiz einzuschalten. Das Cafe Icecreamists im Londoner Szeneviertel Covent Garden hatte Ende Februar das Eis aus Muttermilch präsentiert. Die Produktion der Sorte „Baby Gaga“ war trotz saftiger Preise schnell ausverkauft. Für einen Becher des „Gaga“-Eises sind 14 Pfund (16,80 Euro) zu berappen.

15 Frauen pumpten ab

Eine Sprecherin des Cafes sagte, trotz des Erfolgs sei derzeit keine Vermarktung der Muttermilcheiscreme im größeren Rahmen geplant. 15 Frauen meldeten sich auf eine Anzeige, mit der das Cafe in einem Mütterforum im Internet Muttermilchspenderinnen suchte. Deren Milch wurde pasteurisiert, mit Vanille aus Madagaskar und geriebener Zitronenschale vermengt und dann cremig gerührt.

Speiseeis "Baby Gaga" aus Muttermilch

APA/EPA/Cordula Donhauser

„Baby Gaga“ schmeckt angeblich wie Joghurteis.

Serviert wurde das Eis von einer Kellnerin, die mit ihrer blonden Perücke und provokantem Outfit an Lady Gaga erinnerte. „Wenn es für unsere Kinder gut genug ist, ist es auch für alle anderen gut genug“, sagte Icecreamists-Gründer Matt O’Connor. „Einige Leute werden sich mit Abscheu abwenden. Aber in Wirklichkeit ist das ein wahres Bioprodukt, absolut natürlich.“ „Schmeckt wie ganz normales Joghurteis“, sagten erste Testesser.

Produkt wird im Labor geprüft

Die Londoner Behörden reagierten bereits auf das Muttermilcheis. Sie nahmen eine Probe, um zu analysieren, ob es zum Verzehr zugelassen werden kann. Der Eissalon habe zugestimmt, die Sorte so lange nicht mehr herzustellen, bis die Laborergebnisse vorlägen, sagte eine Behördensprecherin am Samstag.

Bis zu 20 Prozent betrage der Muttermilchanteil, sagte der Cafe-Betreiber O’Connor. Die Milch werde nach den Kriterien von Blutspenden überwacht. Victoria Hiley, eine der Milchspenderinnen, findet nichts dabei, Eiscreme aus Muttermilch zu produzieren. Im Gegenteil: Sie sieht das Ganze als Werbeaktion an, die junge Mütter wieder mehr zum Stillen bewegen soll.

Anregung zum Stillen?

„Wenn Erwachsene merken, wie gut das schmeckt, werden sie ihre Kinder vielleicht wieder öfter mit Muttermilch füttern“, sagte sie. Im Übrigen gebe es für die Spende auch ein wenig Geld. 15 Pfund bekomme sie für einen Viertelliter. Für die 35-Jährige ist es insofern auch ein „Mittel gegen die Rezession“.

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