Themenüberblick

Richtlinien und Ziele fehlen

Österreichs Unternehmen nutzen verstärkt Facebook & Co., um ihr Image zu pflegen und neue Kunden zu gewinnen. Die meisten Firmen haben allerdings weder konkrete Ziele noch Richtlinien für den Umgang mit dem Social Web definiert, wie eine aktuelle Studie der WKÖ zeigt.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Das E-Center der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat eine repräsentative Studie über den Stand der Nutzung Sozialer Netzwerke wie Facebook durch heimische Unternehmen veröffentlicht. Befragt wurden 1.000 Unternehmer, Geschäftsführer und IT-Verantwortliche, die Zahlen sind vom Jänner.

Während im Vorjahr noch 39 Prozent der befragten Firmen Dienste im Social Web nutzten, waren es heuer schon 48 Prozent. 77 Prozent dieser Unternehmen setzten dabei auf Facebook, 56 Prozent auf die Business-Plattform Xing und 24 Prozent auf den Kurznachrichtendienst Twitter. Zwei Drittel dieser Social-Web-Nutzer stellten über diese Dienste mindestens zweimal pro Woche Neuigkeiten ins Netz, 18 Prozent täglich.

Neukundengewinnung auf Facebook

Wichtigster Grund für die Firmen, sich ins Social Web zu begeben, ist die Imagepflege, gefolgt von Neukundengewinnung und Kundenbindung. 36 Prozent der Unternehmen stellten positive Effekte fest, vor allem bei der Neukundengewinnung. Laut der Studie gibt es derzeit rund 2,3 Millionen österreichische Facebook-Accounts und rund 40.000 Twitter-Profile, wobei von Letzteren allerdings nur die Hälfte aktiv ist.

WKÖ ortet Strategiedefizit

Gerhard Laga, Leiter des E-Center der WKÖ, ortet bei den befragten Unternehmen aber auch Unsicherheit im Umgang mit dem Sozialen Netz. So würden 41 Prozent der Firmen keinen unmittelbaren Nutzen aus ihrem Engagement auf Facebook & Co. sehen. Auch hätten nur 22 Prozent der Unternehmen Richtlinien zum Umgang mit dem Social Web entwickelt, nur ein Viertel hat klare unternehmerische Ziele für die Aktivitäten im Netz definiert.

17,3 Prozent der auf Facebook & Co. aktiven Unternehmen hatten schon Probleme mit dem Social Web. Sieben Prozent hatten mit der Verbreitung von Falschinformationen über das Unternehmen zu kämpfen, 3,2 Prozent mit der Veröffentlichung betriebsinterner Informationen, 2,7 Prozent meldeten Betrugsversuche. Zwei Drittel der befragten Firmen hatten allerdings keine Probleme mit dem Social Web.

Die WKÖ will die Unternehmen mit kostenlosen Informationsmaterialien unterstützen, die im Vorfeld des „E-Day“ in der kommenden Woche veröffentlicht wurden. So sollen Social-Media-Guidelines den Firmen dabei helfen, konkrete Strategien für ihre Präsenz im Sozialen Netz zu entwickeln und dabei auch rechtliche Probleme zu vermeiden.

Links: