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Erste Geräte in Arbeit

„Das Spiel hat sich verändert. Aus dem Kampf mobiler Geräte ist ein Krieg zwischen Ökosystemen geworden“, sagte Nokia-Chef Stephen Elop am Freitag vor Analysten in London. Mit Microsoft will sich Nokia von der Masse abheben.

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Bei der Pressekonferenz anlässlich der gemeinsamen Kooperation auf dem Handymarkt zeigte sich Nokia-Chef Elop wenig überraschend von der optimistischen Seite: „Gemeinsam mit Microsoft werden wir die Führung bei den Handys, aber auch den Ökosystemen übernehmen.“

Mit Microsoft-Chef Steve Ballmer, einst auch Chef von Elop, neben sich auf der Bühne, strich Elop die neuen Möglichkeiten für Entwickler hervor. Ballmer stellte etwa ein gemeinsames Marketing in Aussicht.

Interne Optionen ausgeschieden

Gespräche gab es laut Elop nicht nur mit Microsoft, Nokia sprach demnach auch mit Google über die Verwendung von dessen Betriebssystem Android. Nokia habe sich aber gegen Android entschieden, aus Angst, sich aus der Masse der Hersteller nicht genügend abzuheben. Auch die internen Optionen wie MeeGo und Symbian seien bei der Prüfung durchgefallen, so Elop.

Die Zusammenarbeit ist zumindest vonseiten Microsofts nicht exklusiv. Nokia will sich aber mit speziellen Inhalten und Features von anderen Herstellern innerhalb des Windows-Phone-Ökosystems abheben, so Elop. Laut Elop begrüßen auch die Mobilfunker die Kooperation.

Wann die ersten Nokia-Handys mit Windows Phone in den Handel kommen, wollten Elop und Ballmer nicht sagen. Die Entwickler von Nokia und Microsoft würden aber bereits intensiv miteinander reden, versicherten beide.

Potenziell gewinnbringend

Über die Kooperation war bereits seit längerem spekuliert worden, begleitet von wohlmeinenden wie auch abschätzigen Kommentaren. „Zwei Truthähne ergeben keinen Adler“, stichelte etwa Google-Manager Vic Gundotra in einer Meldung auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Doch die Partnerschaft ist nicht zu unterschätzen: Grundsätzlich hat die Kooperation das Potenzial, für beide gewinnbringend zu werden. Sowohl Microsoft als auch Nokia sind zwei gewichtige IT-Marken mit einem hohen Bekanntheitsgrad und einer grundsätzlich breiten Kundenbasis. Nokia wird für seine Hardware geschätzt, Windows Phone von Experten als ausgereift bezeichnet.

Zwei Marktführer auf Aufholjagd

Nokia ist auf dem Handymarkt immer noch Marktführer mit weltweiten Vertriebskanäle und etwa in Entwicklungsländern gut unterwegs, wenn auch bisher vor allem mit günstigeren Symbian-Handys. Microsoft bekommt mit Nokia also die nötige Breite und kann von einer gut eingeführten Marke profitieren.

Nokia bekommt im Gegenzug die passende Software, um möglichst schnell konkurrenzfähige Smartphones anbieten zu können und nicht weitere Marktanteile an die Konkurrenz abgeben zu müssen. Zudem kann der Hersteller aus Finnland von Microsofts ausgefeiltem Ökosystem rund um dessen PC-Betriebssystem Windows profitieren, das bei Computern und vor allem der Geschäftswelt Marktführer ist. Auch die mittlerweile heiß umkämpften Entwickler von Zusatzsoftware (Apps) sollen von der kombinierten Marktmacht angezogen werden, hoffen Nokia und Microsoft.

Für Nokia wird es eng

Allerdings bleiben auch offene Fragen, etwa wie viele Hersteller Windows Phone, für das auch Lizenzen fällig werden, weiter unterstützen. Auf diese Kosten angesprochen meinte Elop bei der Präsentation, dass beide Partner genügend eigene Assets in die Kooperation einbringen würden, um auf gleicher Augenhöhe zu sein. Abzuwarten bleibt auch, wie weit die Kunden den harten Schnitt Nokias - weg von einem zumindest gewohnte Betriebssystem - akzeptieren werden.

Sowohl Microsoft als auch Nokia müssen in nächster Zukunft sehr vorsichtig sein, um potenzielle Kunden und auch Entwickler nicht zu verschrecken. Microsoft hat hier deutlich weniger zu verlieren als Nokia. Microsofts Handysparte ist derzeit nur ein kleiner Teil, der in der Bilanz des US-Konzerns. Für die Finnen hängt vom Gelingen ihr Überleben ab.