Nokia-Zentrale bleibt in Finnland
Der Strategiewechsel bei Nokia wird einen deutlichen Stellenabbau nach sich ziehen. „Es wird erhebliche Kürzungen geben“, kündigte Konzernchef Stephen Elop am Freitag vor Analysten in London an.
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Genauere Zahlen werde es erst später geben, so Elop. Nokia hatte Ende 2010 knapp 132.500 Mitarbeiter, davon fast 23.000 in Finnland. Nokia habe zu hohe Kosten, bekräftigte Elop den Bedarf an Sparmaßnahmen.
„Es ist die größte strukturelle Reform, die die Technologiebranche in Finnland je erlebt hat“, sagte Wirtschaftsminister Mauri Pekkanen der Zeitung „Kauppalehti“ am Freitag. Das Management habe mit der finnischen Regierung bereits erste Gespräche über die geplanten Stellenstreichungen geführt.
Regierung plant Hilfsmaßnahmen
Konkrete Zahlen wollte der Minister ebenfalls nicht nennen. Der Umfang werde aber erheblich sein, sagte Pekkanen. Die Regierung bereite bereits Hilfsmaßnahmen für betroffene Nokia-Mitarbeiter vor.
Die finnischen Minister für Handel und Arbeit, Paavo Väyrynen und Anni Sinnemäki, kritisierten am Freitagnachmittag, die Entlassungspläne seien ein herber Schlag für die Beschäftigung im finnischen Forschungs-und Entwicklungssektor. In einer gemeinsamen Stellungnahme warnten sie vor der „bei weitem größten Strukturänderung im Bereich der neuen Technologien in Finnland“ und forderten, den Stellenabbau sozialverträglich zu gestalten.
„Finnland ist unser Zuhause“
Spekulationen über eine Verlagerung der Nokia-Zentrale von Finnland in die USA erteilte Elop eine Absage. „Finnland ist unser Zuhause und wird es auch bleiben“, sagte er. In den vergangenen Wochen war immer wieder das Gerücht aufgekommen, der Kanadier Elop, der früher für Microsoft arbeitete, könnte wichtige Bereiche der Nokia-Zentrale nach Amerika verlegen.
Nokia hat am Freitag das Scheitern seiner bisherigen Strategie bei Smartphones eingestanden und setzt künftig für Smartphones auf Microsofts Betriebssystem Windows Phone.