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Nokia setzt auf Windows Phone

Nun ist eingetreten, womit Branchenbeobachter seit dem Amtsantritt von Neu-CEO Stephen Elop an der Spitze von Nokia gerechnet hatten. Der ehemalige Microsoft-Topmanager schloss mit seinem Ex-Boss Steve Ballmer ein Bündnis. Gemeinsam wollen die Großkonzerne nun in den Kampf um die Dominanz auf dem lukrativen Smartphone-Markt einsteigen.

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Microsofts Handybetriebssystem Windows Phone soll nach Angaben des Konzerns vom Freitag künftig die primäre Plattform für Nokia-Smartphones sein. Nokias eigenes Betriebssystem Symbian soll als Franchise-Plattform weitergeführt werden. Das Linux-basierte MeeGo soll ein Open-Source-Projekt werden, das sich mit der Erforschung zukünftiger Technologien und Geräten für die mobile Kommunikation beschäftigen soll.

Gemeinsam mit Microsoft will Nokia ein eigenes System von Geräten und Onlineshops schaffen, so ähnlich wie es Apple für sein iPhone aufgebaut hat. Nokias App- und Content-Stores sollen etwa in den Microsoft Marketplace integriert werden. Nokias Navigationssoftware Nokia Maps soll mit Microsofts Suchmaschine Bing und Microsofts Werbeplattform AdCenter zusammengeführt werden.

Bedeutungsverlust bei Smartphones

Die neue Strategie soll den fortschreitenden Bedeutungsverlust des weltgrößten Handyherstellers stoppen. Die Finnen hatten zuletzt gegen die Konkurrenz von Apple, Google und anderen Anbietern drastisch Marktanteile bei Smartphones verloren.

„Nokia ist an einem kritischen Punkt angelangt, an dem für eine positive Entwicklung tiefgreifende Änderungen notwendig und unvermeidbar sind“, erklärte Elop in einer Aussendung. Nokia beschleunige diese Änderungen, indem es einen neuen Weg einschlage, um wieder die Führung bei Smartphones zu erlangen. Im Rahmen eines Strategie- und Finanzbriefings am Freitag in Helsinki werden weitere Eckpunkte von Nokias zukünftiger Strategie erläutert.

Dramatische Marktverluste

Laut aktuellen Zahlen des Marktforschungsunternehmens Gartner war Nokia auf dem Weltmarkt für Mobiltelefone mit einem Anteil von 28,9 Prozent im Jahr 2010 immer noch die Nummer eins vor den südkoreanischen Konzernen Samsung und LG, allerdings hatten die Finnen 2009 noch einen Anteil von 36,4 Prozent, Tendenz: weiter fallend. Von den Stückzahlen her ist Apple gegenüber Nokia immer noch ein Winzling, der Weltmarktanteil betrug zuletzt 2,9 Prozent.

Auch das von Nokia verwaltete freie Betriebssystem Symbian war im vergangenen Jahr noch die Nummer eins auf dem Markt für Oberklassemobiltelefone, der Anteil ist im Jahresvergleich aber von 46,9 auf 37,6 Prozent abgestürzt. Android kommt auf 22,7 Prozent, BlackBerry auf 16 und iOS auf 15,7 Prozent. Microsofts Mobilbetriebssysteme kommen gerade einmal auf 4,2 Prozent Weltmarktanteil - 2009 waren es noch 8,7 Prozent. Das neue Handybetriebssystem Windows Phone 7 ist seit Herbst vergangenen Jahres auf dem Markt.

Hoffnungsträger Windows Phone

Windows Phone wird von Experten in seiner aktuellen Version als technologisch ausgereift und modern gelobt, von den Verbrauchern ist es bisher allerdings noch nicht auf breiter Front angenommen worden. Nokia erklärte, 2011 und 2012 würden Übergangsjahre für das Unternehmen für den Aufbau der Partnerschaft mit Microsoft. Am Aktienmarkt kamen die Aussichten Freitagfrüh überhaupt nicht gut an: Die Nokia-Papiere stürzten am Freitag an der NASDAQ-OMX-Börse in Helsinki um über 14 Prozent ab.

„Diese Partnerschaft gründet auf der Angst beider Seiten, von Apple und Google an den Rand gedrückt zu werden. Aber sie ist keine Patentlösung für die Probleme“, urteilte Analyst Geoff Blaber von CCS Insight. „Das ist eine Offenbarung, dass Nokia mit seiner Plattformstrategie auf ganzer Linie gescheitert ist, und es betont den Ernst der Lage für das Unternehmen. Solch ein Schritt wäre noch vor zwölf Monaten undenkbar gewesen“, sagte Blaber.

Führungsteam fast unverändert

Die Finnen haben zuletzt rapide Marktanteile verloren, Googles Betriebssystem Android ist derzeit im Begriff, die weltweit wichtigste Software für internetfähige Handys zu werden. Die Führungsspitze von Nokia will Elop mit nur einer Ausnahme unverändert lassen. Lediglich ein Topmanager muss seinen Hut nehmen. Im Vorfeld war spekuliert werden, dass Elop im großen Stil in der Managementetage aufräumen würde. Der ehemalige Leiter der Business Division von Microsoft, der unter anderem für das wichtige Office-Paket verantwortlich war, hat erst am 21. September 2010 Olli-Pekka Kallasvuo an der Spitze von Nokia abgelöst.

Die Frage bleibt, inwieweit Nokia sich weiterhin für die schwächelnde aber traditionsreiche Symbian-Plattform engagieren wird. Man habe bereits 200 Millionen Symbian-User, so der Konzern in seiner Mitteilung, und man werde in den kommenden Jahren rund 150 Millionen zusätzliche Symbian-Geräte verkaufen. Auch das Mobil-Linux MeeGo, das zusammen mit Intel entwickelt wird, soll weiterlaufen, man wolle noch in diesem Jahr ein MeeGo-Gerät vorstellen.

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