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Vom Ministerium bezahlt

Ex-Verkehrsminister Hubert Gorbach als „Kristallisationsfigur“, Ex-Verkehrsminister Mathias Reichhold (beide FPÖ) als „Robin Hood in der Regierung“ und Ex-Telekom-Vorstandsmitglied Gernot Schieszler als „Menschenfreund“: Das sind die Positionierungsziele des Lobbyisten Peter Hochegger, der in den Jahren 2002 bis 2007 „Ideenkonzepte“ für die genannten Personen erstellte.

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Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ am Montag berichtete, sollte Gorbach damit als „kreativer, lösungsorientierter, entscheidungsstarker und wirtschaftskompetenter Gestalter der österreichischen Politik“, als „Kristallisationsfigur“ dargestellt werden. Weiters heißt es in dem „Ideenkonzept zur Positionierung von Bundesminister Hubert Gorbach und des bmvit“, dass die Reisen von Gorbach „medial zu inszenieren“ seien, wie das beim „ersten“ Wien-Besuch „ausgezeichnet umgesetzt“ worden sei.

Jedes Verkehrsmittel sei „gemäß seines optimalen Einsatzes“ zu wählen. Der Verkehrsminister habe aus seinem „Portfolio Schiene, Straße, Luft und Wasser“ jeweils jenes Transportmittel zu wählen, „das ihm für den aktuellen Weg die höchste Effizienz bringt“, empfahl Hochegger dem Minister.

Meischberger in Reichhold-Arbeitsgruppe

Interessant sind auch die Vorschläge Hocheggers für den ehemaligen Verkehrsminister Reichhold. Für diesen sollte gar ein Arbeitsteam gebildet und Marktforschung betrieben werden. In der Arbeitsgruppe sollte sich unter anderen Walter Meischberger einfinden, gegen den derzeit in der Causa BUWOG bzw. Grasser von der Staatsanwaltschaft ermittelt wird. Das Ziel lautete dabei, Reichhold als „Robin Hood in der Regierung“, der den Kontakt mit Bürgern „sucht und pflegt“, darzustellen.

Der ehemalige FP-Verkehrsminister Mathias Reichhold

APA/Roland Schlager

Reichhold war Verkehrsminister von 2002 bis 2003.

Die Kosten für den Steuerzahler beliefen sich laut „profil“ auf 197.760 Euro - wobei die 32.960 Euro Mehrwertsteuer ja wieder ins Budget zurückgeflossen wären. Laut Reichhold kostete das Dossier „irgendwo bei 150.000 Euro“. Der Preis für Gorbachs Exposee ist unklar. Nach „profil“-Informationen sollen die Expertisen sowohl zu Gorbach wie auch zu Reichhold vom Verkehrsministerium gezahlt worden sein.

Imagekonzepte auch für Telekomvorstände

Neben dem Steuerzahler griff auch die börsennotierte und teilstaatliche Telekom Austria für die Konzepte von Hochegger tief in die Tasche. Für das damalige Vorstandsmitglied Schieszler wurde ein Konzept im Wert von 465.000 Euro erstellt, geht aus den von „profil“ veröffentlichten Unterlagen hervor. Ans Herz gelegt wurden Schieszler darin auch regelmäßige Gastkommentare und Interviews mit mehreren Printmedien, für die ein Kostenpunkt von insgesamt etwa 19.000 Euro veranschlagt wurde.

Peinlicher Ausrutscher: „Bullshit“-Einladung

Alleine für einen „Value Creation Lunch“ habe die Produktion der Menükarten 350 Euro gekostet. Pikant dabei: Bei dem Dummy für die Dinereinladung steht als Platzhalter für das künftige Schieszler-Buch „On Bullshit“ - unhöflich, wo doch Schieszler laut Konzept ein „Menschenfreund“ („Good Citizen“) ist.

Im 2003 erstellten Konzept für den damaligen Telekom-Festnetzvorstand Rudolf Fischer ist zu lesen, dass dieser „unverwechselbar in der österreichischen Manager-Elite“ sei. Welcher Tätigkeit Fischer derzeit nachgeht, ist nicht bekannt. Die Telekom hat nach Eigenangaben keinen Kontakt mehr zu ihm. Im Firmenkompass scheint Fischer nicht aktiv auf.

Serentschy: Weder beauftragt noch bezahlt

Das fünfte Vermarktungskonzept betrifft Telekomregulator Georg Serentschy. Dieser reagierte auf die Veröffentlichung zwischenzeitlich scharf. In einer Aussendung betonte er, dass er Hocheggers „Ideenkonzept zur Positionierung des neuen Regulators Dr. Georg Serentschy“ aus den Jahren 2002/2003 weder beauftragt noch bezahlt habe. Tatsächlich dürfte der Auftrag dazu von der Telekom Austria gekommen sein, berichtete „profil“.

Wer tatsächlich dahintersteckte und wie viel der Konzern dafür bezahlen musste, ist unklar. Die Existenz des Papiers erklärte Serentschy so: „Im Übrigen versteht es sich von selbst, dass die RTR-GmbH oder Dr. Georg Serentschy keinen Einfluss darauf haben, ob und gegebenenfalls wie externe Berater irgendwelche Konzepte erstellen und diese von sich aus oder im Auftrag Dritter verbreiten.“

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