WikiLeaks-Konkurrenz in den Startlöchern

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Das WikiLeaks-Konkurrenzprojekt Openleaks wird nach Angaben des deutschen Gründers Daniel Domscheit-Berg voraussichtlich noch bis zum Jahresende starten.

Eine „kleine Alphatestphase“ der neuen Enthüllungsplattform werde „in den kommenden Wochen“ beginnen, sagte Domscheit-Berg gestern am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Die Betatestphase solle im Sommer starten. Gegen Ende des Jahres werde Openleaks voraussichtlich vollständig in Betrieb gehen.

Anders als WikiLeaks soll Openleaks brisante Dokumente nicht direkt online stellen, sondern sie von der jeweiligen Quelle ausgewählten Medien und Organisationen zur Verfügung stellen. Openleaks sei also „ein sehr neutraler Mechanismus“, sagte Domscheit-Berg, der früher als Sprecher für WikiLeaks arbeitete.

Kritik an WikiLeaks-Gründer Assange

Beteiligte Medien bekommen demnach jeweils einen eigenen Bereich bei Openleaks, in dem Dokumente eingestellt werden können. Openleaks stelle dabei sicher, dass die Quellen anonym blieben. Ihre Dienste stellt die Plattform laut Domscheit-Berg kostenfrei zur Verfügung. Sie soll nach seinem Willen außerdem mit anderen Institutionen zur Enthüllung brisanter Informationen zusammenarbeiten.

Domscheit-Berg, der im September nach drei Jahren bei WikiLeaks ausgestiegen war, hatte WikiLeaks-Gründer Julian Assange vorgeworfen, seine Macht missbraucht zu haben. Außerdem habe es an Transparenz gefehlt. WikiLeaks hatte Ende November mit der schrittweisen Veröffentlichung von rund 250.000 geheimen diplomatischen Depeschen der US-Regierung begonnen.