Whitney und die Avantgarde in den USA
Einer der zentralen Motoren für den Modernismus in den USA liegt an der Madison Avenue in New York. Das Whitney-Museum verdankt seine Gründung nicht zuletzt dem Unverständnis gegenüber Tendenzen der Moderne in den USA in der Zwischenkriegszeit.
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Gertrude Vanderbilt Whitney war nicht nur Spross einer reichen Dynastie. Sie war zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine der einflussreichsten Kunstsammlerinnen der USA. Zudem hat sie sich einen Namen als Bildhauerin gemacht.

Whitney Museum
Gertrude Vanderbilt Whitney, 1916, gemalt von Robert Henri
Mit dem „Whitney Studio Club“, den sie am Ende des Ersten Weltkriegs 1918 in New York eröffnet hatte, wurde sie zu einer wichtigen Förderin der Avantgarde und jungen amerikanischen Künstlerinnen und Künstlern, die noch keinen großen Namen hatten.

ORF.at/Gerald Heidegger
Das Whitney-Museum, seit 1966 an der Madison Avenue
Eine Sammlung als Geschenk
Bis zum Ende der 1920er Jahre hatte Whitney mit Hilfe ihrer Assistentin Juliana Force eine rund 700 Werke umfassende Sammlung zeitgenössischer amerikanischer Kunst zusammengetragen. Ihre Sammlung bot die damals 54-jährige Whitney dem Metropolitan Museum an. Doch im Jahr 1929 wollte niemand am Metropolitan Museum eine Sammlung amerikanischer Gegenwartskunst in die Bestände aufnehmen.
Das im Herbst 1929 eröffnete Museum of Modern Art propagierte wiederum den Modernismus europäischer Herkunft, der es in den Kunstdebatten der damaligen Zeit freilich auch alles andere als leicht hatte. Whitney gründete also ihr eigenes Museum, das sich ausschließlich der US-Kunst widmen sollte. Ihre Assistentin Force wurde die erste Direktorin des Museums. Whitneys Tochter Flora Payne wurde ab 1942 zur Präsidentin der Foundation und stand dem Museum bis in die 70er Jahre vor.
Markstein an der Madison Avenue
Hatte man das Museum zunächst in den Studios von Whitney untergebracht, übersiedelte man in den 60er Jahren mit dem „Whitney“ in die Madison Avenue (Ecke 75th Street), also in die unmittelbare Nachbarschaft des Metropolitan Museums.

Corbis/Bettmann
Die Eröffnungszeremonie des neuen Museums mit Architekt Marcel Breuer und Jacqueline Kennedy 1966 in Manhattan
Das Gebäude, entworfen von Marcel Breuer und Hamilton P. Smith, ist bis heute ein Markstein und Statement für den Modernismus. Mittlerweile plant das „Whitney“ eine Erweiterung im Schlachtviertel in Lower Manhatten. Renzo Piano soll für diese Außenstelle die Architektur gestalten.
Mit der „Whitney Biennale“ hat sich das Museum, dessen Sammlung mittlerweile auf über 18.000 Werke gewachsen ist, auch zur Plattform für Künstler aus der ganzen Welt entwickelt, die auf dem US-Markt noch keinen Namen hatten.
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