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14 Privatbeteiligte bei Verfahren

Die Insolvenz des einst börsennotierten Buch- und Papierhändlers Libro AG 2001/02 hat Tausende Klein- und Großanleger sowie zahlreiche Gläubiger viel Geld gekostet. 14 Privatbeteiligte bzw. -vertreter hatten sich dem Strafprozess gegen fünf Angeklagte angeschlossen, sagte der Sprecher des Landesgerichts Wiener Neustadt, Hans Barwitzius.

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Unter den Privatbeteiligten befinden sich seiner Auskunft zufolge Unternehmen wie etwa die Telekom Austria, aber auch Einzelpersonen.

Telekom als strategischer Partner

Die Libro-Pleite war für die damals bereits privatisierte Telekom Austria AG, die selbst vor dem Börsengang stand, ein riesiges Verlustgeschäft, geht aus der Anklageschrift hervor. Der Plan der Libro-Führung war, „Libro-Altaktien“ möglichst zeitgleich mit dem Börsengang der Libro AG zu veräußern. Dazu habe man nach einem strategischen Partner gesucht und diesen in der Telekom Austria gefunden.

Das Interesse des Telekomanbieters galt den Libro-Plänen im Internet- und Telefongeschäft. In unter großem Zeitdruck geführten Verhandlungen im Spätsommer 1999 wurde das Telekomunternehmen auf Grundlage der „massiv geschönten Vermögens- und Ertragslage der Libro AG“ von einer Beteiligung an Libro überzeugt. Dabei ging es um die Ausweitung des Libro-Onlineshops Lion.cc sowie das gemeinsame Projekt eines Telefonbetreibers librotel.

Aktien bald wertlos

Die Telekom Austria sollte 25 Prozent plus eine Aktie beim bevorstehenden Börsengang erwerben. Eine bei derartigen Geschäften übliche vertiefende Prüfung (Due Diligence) wurde der Telekom Austria aber seitens der Libro-Führung nicht zugestanden, hieß es in der Anklage.

Die Telekom Austria erwarb den Anteil um knapp 1,176 Mrd. Schilling (85,5 Mio. Euro). Nach dem Closing am 8. März 2000 überwies die Telekom Austria das Geld „für die zu diesem Zeitpunkt nicht werthaltigen Libro-Aktien“, so die Staatsanwaltschaft. Noch im selben Jahr erkannte das Telekomunternehmen die vollständige Wertlosigkeit seiner Libro-Beteiligung und schrieb sie per 31. Dezember 2000 vollkommen ab, ging aus der Anklageschrift hervor.

Millionen für „Altaktionäre“

Aus diesem Geschäft sollen die „Altaktionäre“ laut Anklageschrift Millionenbeträge lukriert haben: Ex-Libro-Chef Andre Rettberg rund 13,79 Mio. Euro, Finanzvorstand Johann Knöbl 3,45 Mio. Euro sowie die börsennotierte Beteiligungsgesellschaft Unternehmens Invest AG (UIAG) 19,21 Mio. Euro, die damals im Einflussbereich von Kurt Stiassny und Christian Nowotny stand.

Neben dem TA-Investment ging es beim Prozess laut der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt auch um die Einnahmen aus dem Börsengang von rund 77,56 Mio. Euro und eine unrechtmäßige Dividendenausschüttung (Sonderdividende) an die „Altaktionäre“ im Ausmaß von rund 31 Mio. Euro.

„Irgendwann lässt Interesse nach“

Dass sich nur 14 Privatbeteiligte dem Verfahren angeschlossen hatten, obwohl die Pleite des ehemaligen börsennotierten Buch- und Papierhändlers Tausende Klein- und Großanleger viel Geld gekostet hatte, erklärte Wilhelm Rasinger, Chef des Interessenverbandes für Anleger (IVA), damit, dass die Anleger müde geworden seien.

Auch der Prozess seit Mitte Jänner litt unter dem Umstand, dass die Vorgänge über ein Jahrzehnt zurücklagen. Während die Zeugen beteuerten, bei den Befragungen im Vorverfahren die Wahrheit gesagt zu haben, konnten sie sich nun Jahre später vor Gericht nicht mehr daran erinnern.

Rettberg: „War zu 100 Prozent überzeugt“

Er sei zu 100 Prozent überzeugt gewesen, dass die Pläne richtig seien, sagte Rettberg beim Prozess und ging einmal mehr auf die Gründe ein, die zum Niedergang des Unternehmens geführt hätten. Im Vertrauen auf die Kooperation mit der TA sei für Lion.cc. „bewusst“ mehr investiert worden als ursprünglich geplant: „Bei Lion ging’s wirklich um Zeit“, verteidigte er diese unternehmerische Entscheidung.

Dann habe sich im Jahr 2000 das Internetgeschäft nicht so entwickelt wie von den Analysten prognostiziert, ein schlechtes Weihnachtsgeschäft zeichnete sich ab, „viel negative“ Presse habe die Umsätze sinken lassen, der Musikmarkt brach mit minus 25 Prozent „dramatisch“ ein. Wäre die Kooperation mit der TA wie geplant durchgeführt worden, dann, so zeigte sich Rettberg überzeugt, wäre Libro nicht in den Ausgleich geschlittert und hätte „einen Marktvorsprung wie kein anderer“ gehabt.

Ex-Finanzvorstand Johann Knöbl betonte, dass Libro damals eines der „bestgeprüften“ Unternehmen gewesen sei. Auf Fragen nach jener Aufsichtsratssitzung, in der es laut Borns um „bilanzverschönernde“ Verlustbeteiligungsmodelle ging, wiederholte Ex-Aufsichtsratschef Stiassny seine persönliche Meinung, dass ein börsennotiertes Unternehmen keine Verlustbeteiligungen machen sollte. Er bedauerte, dass Personen zu Schaden gekommen seien. Man habe, als klar war, dass Handlungsbedarf bestehe, versucht, die negative Entwicklung aufzuhalten.

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