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Naheverhältnis zu Jörg Haider

Er gilt als einer der medienscheuesten Industriellen Österreichs. Weltruhm erlangte er in einschlägigen Kreisen mit der Entwicklung der Glock-Pistole, die bei Polizei und Militär - aber auch bei Kriminellen - auf der ganzen Welt beliebt ist. Über das Privatleben des 1929 geborenen Gaston Glock ist extrem wenig bekannt, er hat es stets verstanden, sich von der Öffentlichkeit fernzuhalten.

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Glock war ursprünglich Kunststofftechniker, bis er 1963 im niederösterreichischen Deutsch-Wagram eine Waffenproduktion gründete. Inzwischen gibt es auch eine Produktionsstätte in Ferlach in Kärnten, dazu werden Glock-Waffen an etlichen Standorten außerhalb Österreichs produziert.

Siegeszug ab den 80er Jahren

Die erste Glock wurde Anfang der 80er Jahre auf den Markt gebracht, als eine der ersten Pistolen mit Kunststoffgriff. Bald trat sie ihren Siegeszug auf dem internationalen Waffenmarkt an, zahlreiche Armeen und Sicherheitskräfte in Dutzenden Ländern verwenden heute die heimische Entwicklung. Bei der US-Polizei sind Glocks bei einem Marktanteil von kolportieren 65 Prozent die am meisten verbreitete Faustfeuerwaffe.

Aufsehen erregte im Jahr 1999 ein Mordanschlag, den Glock knapp überlebte. Am 27. Juli versuchte der Franzose Jacques P., ihn in der Tiefgarage eines Bürohauses in Luxemburg mit einem Hammer zu erschlagen. Ein früherer Geschäftspartner soll den Anschlag in Auftrag gegeben haben, Hintergrund waren laut Medienberichten finanzielle Malversationen des Auftraggebers. Jacques P. wurde zwei Jahre später wegen Mordversuchs zu 17 Jahren Haft verurteilt, sein Auftraggeber erhielt 20 Jahre.

Einer der reichsten Österreicher

Glock zählt angeblich zu den 25 reichsten Österreichern, sein Vermögen wird in diversen Rankings mit knapp einer Mrd. Euro beziffert. Details über den Geschäftsgang des Unternehmens gibt es ebenso wenig wie über die finanziellen Verhältnisse der Familie. Nach seiner Scheidung kam es zu einem Zerwürfnis mit der Familie, und seine drei Kinder verließen das Unternehmen. Mit 83 Jahren hält Glock daher immer noch die operative Führung fest in seinen Händen. Die Verwaltung der Glock GmbH befindet sich in Velden am Wörthersee.

Steuerverfahren sorgte für Wirbel

Bis 2002 war Glock zwei Jahre lang im Visier der Steuerfahnder und der Justiz gestanden, laut Behörden wegen des Verdachts der „Abgabenhinterziehung in größerem Stil in Zusammenhang mit Abschreibungen“. Im Zuge der Ermittlungen musste der Industrielle auch Beschlagnahmungen im Razziastil erdulden.

Gleichzeitig waren die Steuerfahnder in seine Firmen in Deutsch-Wagram und Ferlach, in seine Villa in Velden und in die Kanzlei seines Klagenfurter Anwaltes Johann Quendler eingedrungen. Als das daraufhin via „News“ publik wurde, war auch der damalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser aktiv und ließ prüfen, wer Amtsverschwiegenheit und Steuergeheimnis verletzt haben könnte. Die Ermittlungen gegen Glock wurden schließlich eingestellt.

Haider und Austro Control

Sagenumwoben ist auch Glocks Verhältnis zum verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider. Eine Unterstützung Haiders und der FPÖ wies Glock immer vehement zurück. Andererseits soll der Industrielle dem Politiker mehrfach seinen Privathubschrauber zur Verfügung gestellt haben, 2000 flog Haider in Glocks Privatflieger nach Moskau. 2002 soll aber der Bruch erfolgt sein, als Haider zu einem Besuch im Irak bei Saddam Hussein reiste.

Ebenfalls 2002 wurde der Wahlkärntner Glock vom damaligen freiheitlichen Verkehrsminister Mathias Reichhold in den Aufsichtsrat der Austro Control bestellt, 2004 wurde er dessen Vorsitzender. 2011 musste er diese Funktion aus gesundheitlichen Gründen niederlegen.

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