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5,7 Mio. Euro Verlust durch Austritte

Die Austrittswelle in der römisch-katholischen Kirche bereitet den Diözesen auch finanzielle Sorgen. So kündigten am Dienstag Kirchenvertreter in Linz, Graz-Seckau und Klagenfurt einen Sparkurs an. Die Erzdiözese Salzburg hatte das bereits im Dezember getan.

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Mehr als 5,7 Millionen Euro entgehen der Kirche hierzulande durch die Austrittswelle, berichtete das Ö1-Radio am Dienstag - mehr dazu in oe1.ORF.at. Die vielen Austritte würden eine umsichtige Finanzpolitik für die Arbeit der Kirche wichtig machen, sagte Reinhold Prinz, Ökonom und Finanzkammerdirektor der Diözese Linz, bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Es gelte, die Kosten in verschiedensten Bereichen zu reduzieren.

Veränderungen in der Verwaltung

Errechnet wurde bis 2014 ein Kürzungsbedarf von acht Mio. Euro, das entspreche etwa zehn Prozent des Budgets von 2010 (75,5 Mio. Euro). Erreicht werden soll das durch Veränderungen in der Verwaltung und der Verstärkung von Kooperationen im diözesanen Bereich aber auch durch Gehaltsabschlüsse unter der Inflationsrate.

Prinz ging davon aus, dass die Diözese auch 2011 einen ausgeglichenen Haushalt erzielen könne. Die vielfältigen Dienste der Kirche seien nur möglich, weil rund eine Mio. Katholiken in Oberösterreich ihren Kirchenbeitrag zahlen, so Prinz. Sei ein Mitglied säumig, finde man im Gespräch eine Lösung.

„Keine Kirchen verkaufen“

Nicht Dienstleistungen wolle man zurückfahren, sondern zuerst im Verwaltungsbereich umorganisieren, so auch Bischofsvikar Wilhelm Viehböck, Direktor des Pastoralamtes der Diözese Linz. Daran, Kirchen zu verkaufen wie in Deutschland, habe man in Linz noch nicht gedacht. Freilich seien manche Gebäude eine relativ große Belastung im Vergleich zum Bedarf, doch es sei nicht geplant, sich von Gebäuden zu trennen, so Prinz.

Für die Diözese Gurk-Klagenfurt bedeuten die Austritte ökonomisch einen Einnahmenverlust von 440.000 Euro im Jahr, wie Finanzkammerdirektor Franz Lamprecht sagte. Die Diözese müsse daher Einsparungen vornehmen. Kündigungen werde es keine geben, betonte Bischof Alois Schwarz, aber man werde zehn Dienstposten nicht nachbesetzen.

„Manche haben die Geduld verloren“

Schwarz bezeichnete die Austrittswelle als „großen Aufruf mit der Frage: Kirche, wo stehst Du?“ Die Tatsache, dass der Anstieg der Austritte in Kärnten mit knapp 94 Prozent den höchsten Wert aller Diözesen erreicht hat, begründete er damit, dass die Zahl in den Jahren davor deutlich niedriger gewesen sei als in anderen Bundesländern. Die Zahl von 5.639 Austritten bedeute, dass rund 1,4 Prozent der Katholiken die Kirche verlassen hätten, was in etwa dem Schnitt entspreche.

Auffallend ist laut Schwarz, dass diesmal viele Menschen die Kirche verlassen hätten, die „eigentlich eine sehr enge Bindung haben“. Daraus könne der Schluss gezogen werden, dass „wir viele offene Themenfelder haben“. Die Fragen, auf die es Antworten brauche, reichten von der Position der Frau in der Kirche über die Problematik Wiederverheirateter bis hin zu den Themen Sexualität, Partnerschaft und Beziehungsgefüge. „Manche haben die Geduld verloren“, interpretierte Schwarz die Flucht Tausender aus der Kirche. Man müsse nun große Anstrengungen unternehmen, um diese Menschen zurückzuholen.

Pfarrhöfe vermieten

Auch in der Diözese Graz-Seckau überlegt man Sparmaßnahmen, berichtete Ö1. Zum einen wolle die Diözese das räumliche Angebot reduzieren, sagte Herbert Beiglböck, Wirtschaftsdirektor der Diözese Graz-Seckau: „Wir haben viele Pfarrhöfe und -heime, die Gruppen unterbringen können. Hier könnten einige davon vermietet werden. In einigen Pfarrhöfen haben wir betreutes Wohnen untergebracht.“

Außerdem sollen mehr Pfarrverbände entstehen. Der Vorteil an dieser Regelung: Die Messen werden immer noch in jeder Pfarrgemeinde gelesen. Dafür finden zum Beispiel die Firmvorbereitung und die Caritasarbeit nur noch in einer Pfarre statt. Den Hauptanteil der kirchlichen Ausgaben machen Personalkosten aus. Hier soll ebenfalls gespart werden. Beiglböck: „Oft ist es noch so, dass wir für eine einzelne (Pfarre) Pastoralassistentinnen oder -assistenten angestellt haben. Da wird es notwendig sein, dass die Mitarbeiter für mehrere Pfarren arbeiten.“

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