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„Eine Nation von Weicheiern“

Im Nordosten der USA hat ein schwerer Schneesturm mitten im Weihnachtsreiseverkehr die Pläne von Millionen Menschen durchkreuzt. Während in Europa wieder Normalität einkehrte, konnten wegen des Blizzards Millionen Menschen ihre Flüge, Zugs- und Autofahrten nicht antreten.

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New York, sonst nach Weihnachten besonders geschäftig, lag ungewohnt ruhig unter der Schneedecke. Nur eine Branche machte prächtige Umsätze: Schneeschaufeln sind laut „Wall Street Journal“ überall ausverkauft. Die „New York Times“ erkannte nach dem „Monster Blizzard“ ihre eigene Stadt nicht wieder und fühlte sich in die Rocky Mountains versetzt: „Das sieht alles mehr nach Colorado als nach der großen Stadt aus.“

New York versinkt im Schnee

Reuters/Lucas Jackson

In der Nähe der New Yorker Wall Street liegt bis zu 50 Zentimeter Schnee.

American-Football-Spiel abgesagt

Die Schwere des Schneesturms lässt sich auch daran erkennen, dass ein für Sonntag geplantes American-Football-Spiel in Philadelphia abgesagt wurde. Zum Image dieses Sports gehört, dass sich die Spieler auch von noch so widrigen Bedingungen nicht abhalten lassen.

So ließ auch Kritik an dem Beschluss der Football-Liga NFL nicht lange auf sich warten: Der Gouverneur von Pennsylvania, Ed Rendell, sagte, das sei ja wohl ein Witz. Er habe sich auf das Spiel der Philadelphia Eagles gegen die Minnesota Vikings gefreut. Es wäre eine tolle Erfahrung gewesen. „Wir werden eine Nation von Weicheiern“, beklagte Rendell.

Mann versucht Auto von Schnee zu befreien

AP/Craig Ruttle

An der 72. Straße in New York muss man sein Auto aus einer dicken Schneeschicht graben.

Nur langsame Entspannung

Die New Yorker Flughäfen gaben nur langsam ihre Start- und Landebahnen frei. Nach Angaben der „New York Times“ wurden der John-F.-Kennedy-Airport und der Inlandsflughafen La Guardia am Montagabend (Ortszeit) wieder geöffnet. Die erste Maschine, die auf dem „JFK“ landete, war ein Flugzeug aus Jordanien. Weil Tausende Flüge gestrichen wurden, hingen Zehntausende Weihnachtsurlauber in New York fest. Die Flughäfen in Boston und Philadelphia wurden ebenfalls wieder geöffnet.

Der Bahnverkehr an der Ostküste funktionierte am Montag laut der Betreibergesellschaft Amtrak ebenfalls wieder, allerdings mit eingeschränktem Betrieb. Die Strecke zwischen New York und Boston war aufgrund des Schneesturms ab Sonntagnachmittag (Ortszeit) 13 Stunden lang gesperrt.

50 Zentimeter Schnee in New York

Blizzard-Warnungen galten von der Region Neuengland im äußersten Nordosten der USA bis hinunter nach New York. In New Jersey wurden 80 Zentimeter Schnee gemessen, im New Yorker Central Park war es immer noch ein halber Meter. Das sei der heftigste Schneefall in einem Dezember seit 1948, berichtete die Finanzagentur Bloomberg. Laut „New York Times“ wurde in der Stadt bisher nur fünfmal mehr Schnee registriert. Die Zeitung sprach von einer „apokalyptischen Stille“ in der sonst so geschäftigen Stadt. Der Niederschlag ging mit schweren Stürmen einher. In New York herrschten am Sonntag Windgeschwindigkeiten von bis zu 90 Stundenkilometern.

Mehr als 2.000 Flüge gestrichen

Wegen des Sturms wurden am Sonntag insgesamt mehr als 2.000 Flüge auf den drei New Yorker Flughäfen sowie in Boston und Philadelphia gestrichen. Allein Delta Airlines sagte am Sonntag jede sechste Verbindung ab. Ein Delta-Sprecher sagte, er rechne mit einer Normalisierung des Verkehrs ab Dienstag. United Airlines versuchte nach eigenen Angaben, so viele Flüge wie möglich vorab abzusagen, um zu verhindern, dass Reisende umsonst zum Flughafen fahren.

Die Flugausfälle betrafen auch Reisende in Europa. Ein Lufthansa-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, insgesamt sieben Flüge von München, Düsseldorf und Frankfurt nach New York seien gestrichen worden. Für Dienstag waren indes noch keine Annullierungen vorgesehen.

Im Bundesstaat Massachusetts waren am Sonntag 60.000 Menschen ohne Strom. Gouverneur Deval Patrick rief den Notstand aus. Einige Straßen im Nordosten der USA waren wegen des Schnees unpassierbar.

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