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„Ergebnis besser als erwartet“

Verhalten optimistisch haben Umweltschutzorganisationen auf den im mexikanischen Cancun erzielten Kompromiss reagiert. Positiv sei, dass der Prozess weitergehen könne, allerdings ließen die Ergebnisse noch vieles offen, monierten Umweltschützer.

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„Die notwendigen Schritte, um die katastrophalsten Folgen des Klimawandels abzuwenden, wurden nicht eingeleitet. Das Ergebnis von Cancun hält die Erderwärmung nicht unter zwei Grad“, stellte Johannes Wahlmüller von Global 2000 klar.

Das Fundament für einen Vertrag sei gelegt, nun seien klare Schritte für einen bindenden Weltklimavertrag bei der nächsten Konferenz in Durban in Südafrika 2011 notwendig, befand der WWF: „Nach der Enttäuschung im kalten Kopenhagen wehte in Cancun der Wind der Hoffnung.“ Kritisiert wurde allerdings, dass es zu keiner Einigung über die Fortsetzung des Kyoto-Protokolls nach 2012 kam.

Kritik an Haltung der USA

Positiv aufgenommen wurde aber die Überprüfung der Maßnahmen zur Treibhausgasemission, die Entscheidung zum Stopp der Entwaldung und der beschlossene „Grüne Fonds“, der Entwicklungsländer beim Klimaschutz unterstützen soll. Entsprechend moniert wurde daher die zögernde Haltung der USA, die kein Kontrollsystem für das eigene Land zuließen.

„Zeichen der Hoffnung“

Greenpeace bewertete das Abschlusspapier als „Zeichen der Hoffnung“. Damit siegte nach Ansicht der Umweltschutzorganisation zum Schluss die Einsicht in die Notwendigkeit über die Furcht. „Zwar wird mit den Beschlüssen der Klimakonferenz von Cancun der Klimawandel noch nicht gestoppt, aber die Staatengemeinschaft ist einem Klimaschutzvertrag in einem Jahr in Südafrika mit den heutigen Beschlüssen ein Stück näher gekommen“, so die Organisation in einer Aussendung.

Mit dem einstimmigen Beschluss über die Einrichtung eines Klimaschutzfonds, der Sicherung von Biodiversität sowie der Rechte indigener Völker und der Festlegung der Grenze der Erwärmung auf unter zwei Grad Celsius seien jetzt die Grundpfeiler für einen globalen Klimaschutzvertrag gelegt worden.

„Das Ergebnis ist besser, als viele hier zeitweise erwartet haben. Trotzdem - es ist erst der Anfang. Jetzt muss die Arbeit richtig losgehen“, sagte der Leiter der Internationalen Klimapolitik von Greenpeace, Martin Kaiser.

Streit über Kyoto-Protokoll nicht gelöst

„Nach den Blockaden von Japan, Russland und Kanada stand der totale Kollaps der Verhandlungen im Raum. Dass dies nicht eingetreten ist, ist schon ein kleiner Erfolg“, kommentierte Klimaschutz-Experte Wahlmüller von Global 2000.

In der entscheidenden Frage um die Fortführung des Kyoto-Protokolls sei man sich nicht näher gekommen. „Das Zeichen der Industrieländer, eine verbindliche Reduktion der Treibhausgasemissionen vorzunehmen, ist nicht gekommen. Dieses Vorgehen hat die Verhandlungen gelähmt“, erklärte Wahlmüller.

Fehlender „großer Wurf“ absehbar

Auch Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) sieht in dem Ergebnis ein „Zeichen der Hoffnung und der Zuversicht“ nach harten Verhandlungen: „Ein Scheitern des Gipfels wäre für den Weltklimaschutz katastrophal gewesen.“ Dass es zu keinem „großen Wurf“ kommen würde, sei aber schon im Vorfeld des Klimagipfels absehbar gewesen.

Die EU begrüßt die Einigung. „Die Vereinbarung von Cancun zum Klimawandel von heute ist ein wichtiger Schritt hin zu einem umfassenden und rechtlich bindenden Rahmen für ein weltweites Klimahandeln“, erklärte EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso.

Geteilte Reaktionen der Parteien

Der Kompromiss von Cancun rief unter den Parteien in Österreich geteilte Reaktionen hervor. Für Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Umwelt und Globale Entwicklung, ist das Abschlusspapier der Weltklimakonferenz etwa eine Enttäuschung. „Es fehlen verbindliche Ziele für eine Reduktion der Treibhausgase, wie es notwendig wäre, um unter den durchschnittlichen zwei Grad Erwärmung zu bleiben.“

Die Grünen sehen durch den Kompromiss den Verhandlungsprozess, nicht aber das Klima gerettet. Das BZÖ kritisiert, dass Österreich unter Berlakovich die Chance vergebe, eine Vorbildwirkung im Kampf gegen die Erderwärmung einzunehmen. Die FPÖ bezeichnete das Ergebnis als „dürftig“.

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