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Kälte hat Europa fest im Griff

Schneefall und Frost haben am Mittwoch mehrere Flughäfen in Europa zeitweise lahmgelegt. In Genf wurden alle Starts und Landungen abgesagt. In Frankfurt mussten 300 Flüge gestrichen werden, in München 250. In London wurde der Flughafen Gatwick geschlossen, in Schottland Edinburgh und in Frankreich Lyon-Bron. In Wien-Schwechat gibt es kaum Probleme.

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Räummannschaften waren im Einsatz, um die Start- und Landebahnen schnee- und eisfrei zu machen. „Wir hoffen, dass allmählich wieder Normalität kommt“, hieß es aus Frankfurt. In München war am Nachmittag wegen des Schneefalls nur noch eine Landebahn in Betrieb - dadurch stand nur noch die Hälfte der Kapazität zur Verfügung. Weitere Annullierungen wurden erwartet.

Auch eine Gatwick-Sprecherin sagte in der Früh, obwohl das Bodenpersonal die gesamte Nacht gearbeitet habe, habe es die Schneemassen nicht bewältigen können. Der ÖAMTC informiert, welche Ansprüche Flugpassagiere im Falle eines Flugausfalls geltend machen können - mehr dazu in help.ORF.at.

Passanten blicken auf eine Flughafen-Informationstafel

Reuters/Denis Balibouse

Ausfälle auf Flughafen Genf

Großbritannien schwer getroffen

Eisige Temperaturen und starke Schneefälle legten in weiten Teilen Großbritanniens den Verkehr auch auf Straßen und Schienen lahm. Zahlreiche Zugsverbindungen wurden eingestellt. Beim Eurostar, der Frankreich und England durch den Kanaltunnel verbindet, verursachte das eisige Wetter Verspätungen von bis zu einer Stunde. Bei Autounfällen in Zusammenhang mit dem Winterwetter kamen zwei Menschen ums Leben.

Besonders hart traf es Schottland, wo Wetterstationen am Mittwoch zum Teil minus 20 Grad meldeten. Wegen der Kältewelle blieben bereits seit Anfang der Woche zahlreiche Schulen im ganzen Land geschlossen.

Rekordkälte in Deutschland

Mit rekordverdächtiger Kälte begann an vielen Orten Deutschlands der Dezember. In den Nächten rechnete man im Osten mit minus 15 und örtlich minus 20 Grad. Es werde für viele Orte der kälteste Beginn des meteorologischen Winters, seit an den jeweiligen Stationen Wetterdaten erfasst werden, hieß es von Meteorologen. Auch ergiebige Schneefälle gebe es weiter. Zudem drohten vor allem in Sachsen, Thüringen und dem südlichen Brandenburg Schneeverwehungen. Mindestens drei Menschen starben bei Unfällen auf glatten Straßen.

Tausende Lkws in Frankreich hängen geblieben

In Frankreich standen mehr als 10.000 Lastwagen wegen Schneefalls still. Das berichtete der Sender France-Info. In einem Dutzend Departements war der Lastverkehr untersagt. In zahlreichen Orten fielen Schulbusse aus. Besonders betroffen war Lyon, wo am Vormittag 20 Zentimeter Neuschnee lagen, kein einziger Bus fuhr und auch der Flugverkehr wegen schlechter Sicht behindert war. In Zentralfrankreich waren zunächst weiterhin etwa 300 Haushalte ohne Strom.

Klirrende Kälte und Alkohol forderten an nur einem Tag acht Menschenleben in Polen. Die Opfer, Männer zwischen 33 und 72 Jahren, seien am Dienstag erfroren, teilte Polizeisprecher Mariusz Sokolowski am Mittwoch in Warschau mit. „Sie standen unter Alkoholeinfluss“, betonte Sokolowski. Er appellierte an die Bürger, die Polizei über Obdachlose und Betrunkene zu informieren. In der Nacht auf Mittwoch war im Osten Polens die Temperatur auf minus 26 Grad zurückgegangen. Bereits in den vergangenen Tagen starben mehrere Menschen an Unterkühlung.

Russen sehen „Jahrhundertwinter“ kommen

Russische Meteorlogen prognostizieren bereits einen Jahrhundertwinter: „Im Jänner und Februar werden im europäischen Teil des Landes Temperaturen von mindestens minus 30 Grad Celsius wohl keine Seltenheit sein“, prognostizierte Alexander Frolow von der staatlichen russischen Wetterbehörde Rosgidromet. Ähnliches sagte auch der Forscher Igor Janizki voraus. Ein Grund sei die Abkühlung des Golfstroms als Folge der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, so der Leiter des Zentrums für Umwelt und geophysikalische Prozesse in Moskau.

Russische Wetterforscher verstehen viel von Eiseskälte - von einer derartigen Winterprognose sei dennoch nichts zu halten, sind sich die Experten einig. „Das darf man nicht so ernst nehmen“, widersprach der deutsche Klimaforscher Erich Roeckner vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg. Bei den Prognosen sei wohl viel Profilierungssucht im Spiel.

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