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Änderungen „durchaus planbar“

Um ihre Existenz fürchten zahlreiche außeruniversitäre Forschungseinrichtungen aufgrund der Streichung ihrer Basisfinanzierungen sowie Kürzungen bei Projektfinanzierungen. Laut Peter A. Bruck von der Research Studios Austria Forschungsgesellschaft soll nun etwas, das über Jahre und Jahrzehnte aufgebaut wurde, „innerhalb weniger Wochen abgewickelt werden“.

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Der Budgetentwurf der Regierung „eliminiert die Finanzierung für die Grundlagen dieser Institute und auch für deren Projekte“, sagte Bruck bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien: „Wir wissen genau, was effizientes Forschungsmanagement, was Akquise von Forschungsmitteln ist.“ Änderungen seien dabei „durchaus planbar - was nicht geht, ist, diesen Sektor von einem Tag auf den anderen auszuradieren“.

Konkrete Folgen der Kürzungen wie die Streichung von Arbeitsplätzen und Institutsschließungen wollte Bruck nicht nennen: „Den Voyeurismus des Leidens wollen wir nicht dulden. Wir werden nicht in das Loch hinunterschauen, in das man uns hineinstürzen will.“

Plattform gegründet

Um die „grundsätzlich falsche Einschätzung von Wissenschaft durch die Regierungsspitze zu korrigieren“, haben sich rund 40 betroffene Insitutionen aber zur Plattform Wissen/Schafft/Österreich zusammengeschlossen.

IHS überlegt Strategie

Mit dem Institut für Wissenschaften vom Menschen (IWM) und dem Institut für Höhere Studien (IHS) nehmen zwei prominente Institutionen bisher nicht an der Protestplattform teil: Man wolle sich noch in Ruhe eine genaue Strategie überlegen, heißt es aus dem IWM. Ähnlich argumentiert auch IHS-Direktor Bernhard Felderer - mehr dazu in science.ORF.at.

Darunter befinden sich etwa das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK), das Zentrum für soziale Innovation (ZSI), die Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA), das Österreichische Institut für Internationale Politik (OIIP) und das Österreichische Forschungsinstitut für Artificial Intelligence (OFAI).

„Wirtschaftspolitisch dumm“

Für 2011 werden die Basissubventionen der Einrichtungen um insgesamt vier Millionen Euro gekürzt, ab 2012 komplett gestrichen, was jährliche Einsparungen von acht Mio. Euro bedeutet. Die einzelnen Institute sind dabei von der Höhe durchaus unterschiedlich betroffen. Das OFAI erhält etwa eine jährliche Basisfinanzierung von 55.000 Euro - insgesamt habe man aber 8,2 Mio. Euro an EU-Forschungsmitteln zurückgeholt, so Direktor Robert Trappl. „Wenn man 55.000 Euro streicht und so die Chance vergibt, 8,2 Mio. aus Brüssel zu holen, ist das wirtschaftspolitisch dumm.“

Das ZSI erhält bei einem Gesamtumsatz von jährlich vier Mio. Euro 71.000 Euro an Basisförderung. Das seien zwar nur zwei Prozent dessen, was über Projekte lukriert werde, aber immerhin die Hälfte der Miete, so Direktor Josef Hochgerner. Außerdem sei diese Summe nicht das Einzige, was gestrichen worden sei. So habe man etwa das Auslandsbüro in Sofia schließen müssen, außerdem liefen auch Projekte aus und würden nicht verlängert. Das FORBA erhält bei einem Institutsbudget von 1,2 Mio. Euro 20.000 Euro an Basisfinanzierung, eine Erhöhung sei aber bereits fix zugesagt gewesen, so Leiter Jörg Flecker.

IFK besonders betroffen

Ein Problem für die Institute ist unter anderem, dass der Wissenschaftsfonds FWF mittlerweile keine Overheadkosten mehr bezahlt, gleichzeitig aber Räume, Computer etc. bezahlt werden müssen, so Trappl. Zur Grundfinanzierung zählt laut Bruck auch jener Teil der Mittel, der für Antragstellungen gebraucht werde, oder Konferenzreisen, die keinem bestimmten Projekt zugeordnet sind. „Der Wissenschaftsbetrieb ist eine sensible Pflanze. Man kann nicht hergehen, drei Wurzeln ausreißen und sagen, mit den zwei anderen kannst Du weiterleben.“

Besonders betroffen ist das IFK, das sich rein über die 950.000 Euro an Basismitteln finanziert. Bisher habe der Staat gesagt, er leiste sich das, „um eine bestimmte Art intellektueller Arbeit auf dem Gebiet der Humanwissenschaften zu ermöglichen“, so Vizedirektor Lutz Musner. Das IFK betreibe Nachwuchsförderung für internationale Karrieren: „Jeder, der vom IFK weggeht, ist ein kleiner Botschafter für unser Land.“ Mit der nunmehrigen Maßnahme betreibe man eine „Selbstprovinzialisierung“, die an den „Kahlschlag“ der 1930er Jahre erinnere.

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