Westsahara: Tote bei Räumung von Flüchtlingslager

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Bei der Räumung eines Flüchtlingslagers in der Westsahara-Region durch marokkanische Einheiten sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Die marokkanischen Sicherheitskräfte stürmten gestern das am Rande der Stadt Laayoune gelegene Lager, in dem nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen rund 12.000 Menschen seit vier Wochen aus Protest gegen die Lebensbedingungen in der Westsahara ausharrten.

Dabei kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen, bei der laut marokkanischen Regierungsangaben zwei Polizisten und ein Feuerwehrmann getötet wurden. Die in der Westsahara aktive Rebellengruppe Polisario teilte mit, dass auch ein Zivilist umgekommen sei.

Demonstranten hätten Banken und Cafes in Laayoune angegriffen, teilten die marokkanischen Behörden mit. Insgesamt seien 70 Menschen verletzt worden. Die im Nachbarland Algerien ansässige Exilregierung der Polisario sprach dagegen von „Hunderten Verletzten“. Marokko hatte die Westsahara nach Abzug der spanischen Kolonialmacht 1975 annektiert, worauf die Polisario mit algerischer Unterstützung einen bewaffneten Aufstand begann und einseitig die Unabhängigkeit der Region erklärte.