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Hunderte Menschen weiter vermisst

Die Zahl der Toten nach der Tsunami-Katastrophe in Indonesien steigt weiter. Neuesten Behördenangaben vom Mittwoch zufolge kamen bei der durch ein Beben ausgelösten Katastrophe mindestens 272 Menschen ums Leben. 412 Menschen wurden demnach noch vermisst. Zuvor war von 154 Toten und rund 400 Vermissten die Rede gewesen.

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Das Beben der Stärke 7,2 - andere Angaben sprachen von bis zu 7,5 - löste auf der abgelegenen Inselkette Mentawai vor Sumatra einen Tsunami mit gut drei Meter hohen Wellen aus. Auf der Insel Pagai Selatan waren die Schäden infolge des Erdbebens besonders schlimm. Dort drangen nach Angaben des Sprechers die Wellen bis zu 600 Meter tief ins Land ab. Auf Pagai Utara seien 80 Prozent der Häuser in der Ortschaft Betumonga zerstört. Die Suche nach Vermissten läuft weiter auf Hochtouren.

Der Chef der regionalen Rettungskräfte rief am Mittwoch zu schneller Unterstützung auf. Die Menschen hätten ihre Häuser verloren und seien auf umfangreiche Hilfe angewiesen. Die Zahl der bisher gelieferten Zelte sei nicht ausreichend.

„Kommunikation funktionierte nicht“

Die Behörden hatten am Montagabend kurzzeitig eine Tsunami-Warnung ausgerufen, gingen dann aber davon aus, dass das Beben unter dem Meeresboden keine Flutwellen auslöste. „Es war schwierig, an Informationen zu kommen, weil die Kommunikation nicht funktionierte“, sagte der Sprecher des Katastrophenschutzes, Harmensyah. Er trägt wie viele Indonesier nur einen Namen.

Nach Regierungsangaben waren am Dienstag Helfer mit Zelten und Nahrungsmitteln zu den Inseln unterwegs. Die Schiffsreise dauert von Sumatra aus zehn Stunden. Das Ausmaß der Schäden wurde für die Helfer erst 18 Stunden nach dem Beben deutlich.

Unter Surfern beliebte Urlaubsdestination

Die Mentawai-Inselgruppe besteht aus 70 kleinen Inseln und liegt etwa 150 Kilometer westlich von Sumatra. Dort leben etwa 68.000 Menschen. Touristen vor allem aus Australien haben die Inseln in jüngster Zeit als Surferparadies entdeckt. Eine Gruppe von neun vermissten Australiern tauchte inzwischen wieder auf. Die Surfer seien wohlauf, erklärten die indonesischen Behörden am Mittwoch.

Das Epizentrum des Bebens lag rund 280 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt Padang auf Sumatra. Dort hatte ein Beben im vergangenen Jahr rund 1.100 Menschenleben gefordert. Dieses Mal blieb die Großstadt verschont. Weiter nördlich vor Sumatra lag das Epizentrum der verheerenden Erdstöße, die den gewaltigen Tsunami zu Weihnachten 2004 ausgelöst hatten. Allein auf Sumatra kamen damals 170.000 Menschen um, rund um den Indischen Ozean starben weitere 60.000.

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