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Geteilte Ansichten

20 Jahre nach der Wiedervereinigung gehen die Ansichten darüber, wer am Ende am meisten von der Wiedervereinigung profitiert hat, in den alten und neuen deutschen Bundesländern deutlich auseinander.

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Im Westen sind 60 Prozent davon überzeugt, die Ostdeutschen seien die Gewinner. Nur sieben Prozent sehen sich selbst als Hauptprofiteure, wie das ZDF-Politbarometer vom Freitag ergab. Dass beide Seiten den gleichen Nutzen gezogen haben, glauben 20 Prozent, und dass keiner profitierte, elf Prozent der Westdeutschen.

Ganz anders das Meinungsbild in den ostdeutschen Ländern: Hier sagt nur jeder Vierte, die Wiedervereinigung habe vor allem den Ostdeutschen genützt. Rund 28 Prozent sind hingegen davon überzeugt, die Westdeutschen hätten am meisten davon profitiert. 34 Prozent sehen den Nutzen ausgewogen, elf zeigten sich in der ARD-Umfrage überzeugt, die deutsche Einheit hätte niemandem etwas gebracht.

Alles in allem positive Bilanz

Alles in allem ziehen die Deutschen allerdings eine positive Bilanz: Aus heutiger Sicht finden vier von fünf Befragten, dass die Wiedervereinigung richtig war. 14 Prozent halten sie rückblickend für einen Fehler. Im Osten ist die Zustimmung mit 88 Prozent sogar noch etwas höher als im Westen mit 82 Prozent.

Auch mit Blick auf Alter, Geschlecht, Bildung oder Parteinähe sind sich die Befragten in ihrem Urteil weitgehend einig - und zwar mittlerweile seit fast 20 Jahren. Die Zustimmung lag seitdem immer über 80 Prozent.

Unterschiede im Vordergrund

Weiterhin überwiegen laut Politbarometer für eine knappe Mehrheit zwischen dem Westen und dem Osten die Unterschiede (52 Prozent) und nicht die Gemeinsamkeiten (43 Prozent). Rückblickend nehmen die Gemeinsamkeiten in der Wahrnehmung der Befragten aber zu. So stand 1995 nur für 26 Prozent, 2002 für 30 Prozent und 2005 für 40 Prozent das Gemeinsame im Vordergrund.

Mehrheit einig: Besser als die DDR

Eine deutliche Mehrheit in den neuen (75 Prozent) und alten Bundesländern (60 Prozent) sind überzeugt, dass das Leben für die meisten Menschen in den neuen Bundesländern heute besser ist als früher in der DDR, sechs Prozent (Westen) beziehungsweise 13 (Osten) sehen keinen großen Unterschied und zehn Prozent der westdeutschen Befragten sowie 18 Prozent der ostdeutschen Befragten gehen jetzt von schlechteren Bedingungen aus.

Lohngefälle als ungerecht empfunden

Die Unterschiede bei den Löhnen und Gehältern zwischen Ost- und Westdeutschland werden von 72 Prozent aller Befragten als ungerecht empfunden. Im Osten teilen nahezu alle (91 Prozent) diese Kritik, im Westen schließen sich zwei Drittel an. Im Jänner 1991 sprachen insgesamt 52 Prozent und im September 2004 61 Prozent von ungerechten Lohnunterschieden.

Für das ZDF-Politbarometer befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vom 28. bis 30. September 1.323 Wahlberechtigte.

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