Krise: JoWooD senkt Grundkapital
Die angeschlagene Computerspielefirma JoWooD Entertainment AG nimmt zur Verlustabdeckung einen drastischen Kapitalschnitt im Verhältnis 7:1 vor. Das Grundkapital der börsennotierten Gesellschaft soll von derzeit 19,15 auf 2,74 Millionen Euro sinken, indem der Nennwert der Aktien von sieben auf einen Euro reduziert wird. Das geht aus der Einladung zur außerordentlichen Hauptversammlung für 9. November hervor.
Hoher Verlust
Mitte September hatte JoWooD unerwartet bekanntgegeben, dass im ersten Halbjahr ein Verlust in Höhe von mehr als dem halben Grundkapital anfiel, worauf gemäß Aktiengesetz eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden muss. Der Halbjahresverlust dürfte zwischen zehn und 15 Mio. Euro betragen haben - genaue Zahlen publizierte der Spieleentwickler trotz einer einmonatigen Nachfrist bis 30. September noch nicht.
Im August war überraschend bekanntgeworden, dass JoWooD den Konzernabschluss 2009 überarbeiten muss. Zugleich wurde die Verschiebung des Halbjahresberichts 2010 avisiert. Im 1. Quartal setzte JoWooD mit 3,28 Mio. Euro nur gut halb so viel um wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, und das operative Ergebnis (EBIT) drehte im Zeitraum Jänner bis März mit 575.000 Euro ins Minus, nach plus 834.000 Euro in der Vorjahresperiode.