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Bereits jeder Zweite zu dick

Übergewicht und Fettleibigkeit sind längst zur Volkskrankheit geworden: Durchschnittlich jeder zweite Mensch in den 33 Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat bereits zu viel auf den Hüften, jeder Sechste gilt als fettleibig. In Österreich ist die Situation keineswegs besser: Auch hierzulande ist jeder Zweite übergewichtig.

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Dabei wäre es, hieß es am Donnerstag bei der Präsentation einer Studie unter dem Titel „Obesity and the Economics of Prevention - Fit not fat“ („Fettleibigkeit und die Ökonomie der Vorsorge – Fit statt dick“) in Paris, nicht einmal besonders kostspielig, dieses Problem anzupacken. Regierungsverantwortliche und Wirtschaft müssten dazu allerdings an einem Strang ziehen.

Mit einer Präventionsstrategie, die sich auf Kampagnen zur gezielten Gesundheitsförderung, staatliche Regulierungen und eine spezielle allgemeinmedizinische Betreuung von Betroffenen stützt, könnten, so die OECD, „zukünftig Hunderttausende vor dem Tod infolge chronischer Erkrankungen gerettet werden“. Bei einer Konferenz am 7. und 8. Oktober in Paris wollen die Gesundheitsminister der 33 Länder über eine entsprechende Strategie beraten.

Gegenstrategie um wenige Euro pro Kopf

Die, hieß es am Donnerstag, würde je nach Land etwa zehn bis 30 Dollar (7,5 bis 22,5 Euro) pro Kopf kosten. Informationskampagnen, begleitet von steuerpolitischen Maßnahmen, wären eine bessere Alternative, argumentiert die OECD, als viele derzeit angebotene medizinische Behandlungen. Ohne Gegenlenken würde sich der Anteil der Übergewichtigen bis 2020 jährlich um ein Prozent erhöhen. Ursache dafür seien falsche Ernährungsgewohnheiten, zu wenig Bewegung, aber auch Stress.

Österreich: Zwölf Prozent krankhaft übergewichtig

In Österreich gelten laut OECD-Daten 57 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen als übergewichtig, zwölf bis 13 Prozent leiden unter Fettsucht (Adipositas). Österreich liegt damit allerdings noch unter dem Durchschnitt der 33 Staaten. In Deutschland bringen 60 Prozent aller Männer und 45 Prozent der Frauen zu viele Kilos auf die Waage, jeder sechste Deutsche leidet an Fettsucht.

Global gesehen leben die meisten krankhaft Übergewichtigen in den USA und Mexiko, die wenigsten in Ländern wie Japan, Indien und Indonesien. Insgesamt steige der Durchschnitt aber weltweit an, heißt es. Die OECD spricht von einer sich seit den 80er Jahren ausbreitenden „Epidemie“.

Jedes dritte Kind betroffen

Schon jetzt bringt jedes dritte Kind zu viel auf die Waage. Ist zumindest ein Elternteil ebenfalls krankhaft übergewichtig, erhöht sich das Risiko für den Nachwuchs um das Drei- bis Vierfache. In Österreich ist jedes fünfte Kind zu dick. Vor 1980 lagen die Durchschnittswerte laut der in Kooperation von OECD und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstellten Studie unter zehn Prozent.

Übergewicht und BMI

Die Messgröße für Übergewicht und Fettleibigkeit stützt sich auf den Body-Mass-Index (BMI), bei dem das Gewicht einer Person im Verhältnis zur Körpergröße gemessen wird. Laut WHO-Definition gelten Erwachsene mit einem BMI zwischen 25 und 30 als übergewichtig und mit einem Wert darüber als fettleibig.

Deutlich erhöhtes Langzeitrisiko

In Österreich war der Trend bis in die 80er Jahre sogar rückläufig, kehrte sich dann aber um. Anders etwa als in den USA und Großbritannien, sind bei den Frauen hierzulande sozial schwächer Gestellte besonders betroffen: Die Wahrscheinlichkeit für Adipositas ist bei geringem Haushaltseinkommen um 2,8-mal höher als bei besser situierten Österreicherinnen. Bei Männern gibt es diesbezüglich kaum Unterschiede.

Schwer Fettleibige sterben laut OECD acht bis zehn Jahre früher als Normalgewichtige. Die Kosten für medizinische Behandlungen seien um mindestens 25 Prozent höher als die für Normalgewichtige. Fettleibige leiden deutlich häufiger an Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch Krebs.

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