Um 10,90 nach Amerika
Alle Reisenden in die USA müssen sich künftig nicht nur im elektronischen Einreisesystem des Landes registrieren. Touristen und Geschäftsleute müssen für die Registrierung nun auch zahlen. 14 Dollar sind für die Freigabe des ESTA-Files fällig. Aus dem EU-Parlament kommt Kritik.
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Ab Mittwoch müssen alle Touristen und Geschäftsreisenden mit Ziel USA eine Einreisegebühr von 14 Dollar zahlen. Im Folgenden eine Anleitung:
Der Betrag von 14 Dollar (umgerechnet rund 10,90 Euro) wird ab dem 8. September von allen Reisenden erhoben, die für bis zu 90 Tage in die USA fahren und dafür kein Visum benötigen. Darunter sind auch Staatsbürger aus Österreich oder Deutschland.
Die Gebühr fällt bei Nutzung des elektronischen Einreisesystems ESTA (Electronic System for Travel Authorization) an, auf dem man sich ja auch bisher für die USA-Reise registrieren musste. Das Formular findet sich auf der Website des US-Ministeriums für Heimatschutz: Dort ist auch eine deutsche Version abrufbar.
Vier Dollar Bearbeitungsgebühr
Die Gebühr setzt sich aus vier Dollar für die Bearbeitung des Einreiseantrags und weiteren zehn Dollar für die Genehmigung zusammen. Als Zahlungsmittel akzeptieren die USA nur Kredit- oder Debitkarten der Firmen MasterCard, Visa, American Express und Discover.
Kritiker sehen Datenprobleme
Genau an diesem Punkt haken Kritiker der Regelung ein. De facto gibt jeder US-Reisende seine Kreditkartendaten ab, um in das Land zu gelangen.
Kritik aus dem EU-Parlament
Die US-Einreisegebühr sorgt für Unmut im Europaparlament. Als „Schikane für EU-Bürger“ bezeichnete der ÖVP-Delegationsleiter im Europaparlament, Ernst Strasser, die Regelung. Strasser forderte die zuständige EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström am Dienstag auf, aktiv gegen diese Maßnahme vorzugehen. Die „ungerechtfertigte Gebühr“ sei „eine Belastung der transatlantischen Beziehungen“.
Seit dem vergangenen Jahr müssen alle Touristen und Geschäftsleute vor ihrer Einreise in die USA im Internet eine solche Genehmigung beantragen. Auch wer nur auf Durchreise in den USA ist, braucht die Erlaubnis. Sie ersetzt das grüne Formular, das Reisende früher im Flieger oder auf dem Schiff ausfüllen mussten.
Was bei der Einreise abgefragt wird
Name, Geburtsdatum und Reisepassnummer gehören zu den Pflichtangaben. Es folgen Fragen zum Gesundheitszustand, einer möglichen Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe oder einer früheren Spionagetätigkeit. Wer eine dieser Fragen mit Ja beantwortet, läuft Gefahr, keine Einreiseerlaubnis zu erhalten.
Reiseplattformen empfehlen, den Onlineantrag möglichst frühzeitig zu stellen, spätestens aber 72 Stunden vor der Abreise. Auch wer noch keine konkreten Reisepläne hat, kann die Genehmigung beantragen.
Wer noch gratis in die USA kommt
Die elektronische Reiseerlaubnis ist zwei Jahre lang gültig und berechtigt zu mehreren Einreisen in die USA. Die Gebühr von 14 Dollar muss nur einmal bei einem Neuantrag gezahlt werden. Wer bereits im vergangenen Jahr eine Einreiseerlaubnis über ESTA erhalten hat, kann jedenfalls bis zu deren Auslaufen noch gratis in die USA reisen.
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